Baltic Clean Technology Konferenz in Rostock


Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph: Experten entwickeln Lösungen zur nachhaltigen Ressourcennutzung im südlichen Ostseeraum – nationale und internationale Vernetzung notwendig

Noch bis Freitag tagen rund 140 Experten in Rostock bei der Baltic Clean Technology Konferenz. Bei der Veranstaltung geht es um Innovationen, Technologien und neue Märkte für die Bereiche Kreislaufwirtschaft und Unterwassertechnologie (OceanTechnology). „Die nachhaltige Nutzung von Wertstoffen, die technische Überwachung von Offshore-Anlagen, Abwasserentsorgung, Umwelttechnologien und Finanzierungsfragen – all das sind anspruchsvolle und höchst aktuelle Themen, die bei der Fachtagung diskutiert werden. Der Modellraum der südlichen Ostsee bietet große Chancen, im Bereich der Umwelttechnologien wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu entwickeln. Zur Erreichung dieser ehrgeizigen Ziele ist es notwendig, dass sich die nationalen und internationalen Akteure miteinander vernetzen, um erfolgreich zu sein. Dazu trägt die Konferenz bei, indem sie Lösungen im Sinne einer nachhaltigen Ressourcennutzung im südlichen Ostseeraum entwickelt“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph, der die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernommen hatte.

Internationale Kooperationsstrukturen im Bereich der Umwelttechnologien sollen etabliert werden

Die zweitägige Konferenz ist ein Teil des Projektes „CleanTech International - Establishing an international Cleantech Cooperation Structure in the South Baltic Region“, das im Rahmen des Interreg-Programms Südliche Ostsee 2014-2020 finanziert wird. Das Projekt zielt darauf ab, internationale Kooperationsstrukturen im Bereich der Umwelttechnologien zu etablieren. So sollen über eine Kooperation der südbaltischen Akteure in diesem Bereich die Internationalisierungskapazitäten der Unternehmen erhöht werden. Ziel ist ein grenzüberschreitender Cleantech-Cluster. Am Projekt sind insgesamt sieben Partner beteiligt, davon drei aus Deutschland (Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH, enviMV e.V. - Umwelttechnologien aus MV und Rostocker Messe- und Stadthallengesellschaft mbH), wobei die Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH der Leadpartner im Projekt ist. Die übrigen Partner kommen aus Polen, Schweden und Litauen. Das Vorhaben wird aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro unterstützt. Die Gesamtkosten betragen rund 1,4 Millionen Euro. „Die grenzüberschreitenden Projektpartnerschaften bereichern und ergänzen unsere nationalen Entwicklungsinitiativen. Im Interreg-Programm Südliche Ostsee stehen noch ausreichend Mittel für die Unterstützung von Kooperationsprojekten bereit. Das Wirtschaftsministerium steht Interessierten gern beratend zur Seite“, sagte Rudolph.

Wirtschaftsministerium unterstützt Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu den Themen Ressourceneffizienz und nachhaltigen Werkstoffeinsatz

„Die Energiewende bietet Mecklenburg-Vorpommern und dem südlichen Ostseeraum Vorteile und Chancen. Unter Wahrung der natürlichen Lebensgrundlagen ist es an der Ostsee möglich, aus den natürlichen, erneuerbaren Energieträgern, wie beispielsweise Wind, Sonne und Bioenergie, besonders effektiv Energie zu gewinnen und den Energiemärkten Deutschlands und Europas zuführen. Wir wollen dafür Wertschöpfungsketten im Land aufbauen, vertiefen und verbreitern“, sagte Rudolph.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt Unternehmen, die im Verbund mit den Hochschulen des Landes zu den Themen Ressourceneffizienz und nachhaltigen Werkstoffeinsatz innovative Produkte und Verfahren entwickeln, welche Marktchancen erwarten lassen. So befasst sich beispielsweise die Hanseatic Rohr GmbH aus Bargeshagen gemeinsam mit der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Fraunhofer-Einrichtung für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP Rostock mit dem Flügel-Recycling von Windkraftanlagen. Dabei geht es um die Entwicklung einer mobilen Zerlegungseinheit für Rotorblätter von Windenergieanlagen. Als Trennverfahren dient das Wasserstrahlschneiden als sensorbasierte sowie robotergeführte Technologie. Das berührungslose Verfahren soll durch Verschleiß hervorgerufene Wartungsarbeiten erheblich reduzieren. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln (des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro. Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 2,1 Millionen Euro.

Mit der Entwicklung einer neuen technischen Ausführung für die die glasfaserverstärkte Kunststoff-Hülle der Gondeln von großen Windenergieanlagen hat sich die EIKBOOM GmbH aus Rostock mit dem Lehrstuhl für Windenergietechnik der Universität Rostock befasst. Ziel war es, modulare Maschinenhäuser für die Baustellenmontage bei großen Windkraftanlagen zu entwickeln, um leicht transportable Elemente zu entwickeln. Das Wirtschaftsministerium hat das Vorhaben aus EFRE-Mitteln in Höhe von knapp 137.000 Euro unterstützt. Die Gesamtkosten des Projektes betragen rund 192.000 Euro.

Für die EU-Förderperiode bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Schwerin - 28.09.2017
Text: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit