Startschuss für landesweite Tierseuchenübung


Minister Dr. Till Backhaus (SPD) gibt Startschuss für landesweite Tierseuchenübung

Unter Einbeziehung aller Landkreise und kreisfreien Städte beginnt heute eine zweitägige Landes-Tierseuchenübung mit dem Schwerpunkt Afrikanische Schweinepest (ASP). Für den Ernstfall erprobt wird das Zusammenspiel zwischen dem Landwirtschaftsministerium und den Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF). Gleichzeitig sind auch die Jagd-, Forst- und Ordnungsbehörden in die Übungsszenarien mit eingebunden. Neben der landkreis- und behördenübergreifenden Koordinierung und Kommunikation im Rahmen sogenannter Großschadenslagen werden auch praktische Übungen durchgeführt.

„Auch wenn mit der Geflügelpest der letzte große Tierseuchenzug im Land noch nicht lange zurückliegt und die Veterinärbehörden monatelang intensiv beschäftigt hat, ist es notwendig, das Tierseuchen-Krisenmanagement auch behördenübergreifend zu trainieren Die dabei zu Tage tretenden Erkenntnisse, insbesondere dort, wo es gegebenenfalls auch mal hakt, sind mit Blick auf die ASP-Situation in Europa für uns von großer Bedeutung. Sie erlauben uns eine bessere Vorbereitung auf einen drohenden Ernstfall“, erläutert Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Mit Auftreten der ASP in Polen und der Tschechischen Republik sind nicht nur unmittelbare Nachbarstaaten Deutschlands betroffen, sondern auch ein Nachbarland Mecklenburg-Vorpommerns.

Die Einschleppung dieser für den Menschen ungefährlichen Seuche stelle eine große Bedrohung für den Wild- und Hausschweinebestand dar. Ein Ausbruch der ASP in MV zöge dramatische wirtschaftliche Schäden, nicht nur durch die Tierverluste, sondern auch durch die massiven Handelsbeschränkungen nach sich, sagte der Minister. Vor diesem Hintergrund müsse alles unternommen werden, um die Einschleppung der ASP in die Haus- und Wildschweinbestände zu verhindern. Backhaus drängte erneut auf die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinehaltungen, insbesondere in Freiland- und Auslaufhaltungen.

Aufgrund der Besonderheiten des ASP-Virus sei trotz intensiver Forschung mittelfristig nicht damit zu rechnen, dass ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. „Damit fehlt ein wirksames Instrument der Tierseuchenbekämpfung, das sich in der Vergangenheit bei der Tilgung der Klassischen Schweinepest bei den Wildschweinen sehr bewährt hat. Ich fordere die Bundesregierung auf, dringend die Forschungskapazitäten in diesem Bereich zu erhöhen“, so Minister Backhaus abschließend.

Schwerin - 09.10.2017
Text: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


Landesweite Übung zur Afrikanischen Schweinepest beendet


Die zweitägige landesweite Tierseuchen-Übung mit dem Schwerpunkt ASP ist beendet. Zu Wochenbeginn hatte das Landwirtschaftsministerium zusammen mit den Veterinärbehörden der sechs Landkreise und der kreisfreien Stadt Rostock sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) die landkreis- und behördenübergreifende Koordinierung und Kommunikation für den Fall des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest geprobt. Eingebunden in die Übung waren auch die Jagd-, Forst- und Ordnungsbehörden sowie der Katastrophenschutz.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus dankte allen Beteiligten und zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Übung. „Mit Blick auf die ASP-Situation in Europa und speziell in unseren Nachbarländern Polen und Tschechien war dieses behördenübergreifende Training eines ASP-Krisenmanagements von größter Wichtigkeit“, sagte er. Das Training unterstütze die gezielte Vorbereitung auf einen drohenden Ernstfall. Backhaus mahnte dringend das enge Zusammenwirken von Jägern, Forst- und Landwirten an, um die klima- und futterbedingt rasant anwachsende Schwarzwildpopulation im Land zu reduzieren. Werde die Seuche durch Wildschweine in Grenznähe eingeschleppt und auf den hiesigen Wild- und Hausschweinbestand übertragen, so drohten Schweinehaltern durch Tierverluste und Beschäftigten der Ernährungswirtschaft durch nachfolgende Handelsbeschränkungen massive wirtschaftliche Schäden. „Schlimmstenfalls kommt der Handel mit Schweinefleisch im Land zum Erliegen“, warnte der Minister.

Das Übungsszenario war von einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bei zwei Hausschweinen in Freilandhaltung im Landkreis Rostock ausgegangen. Zeitgleich sah das Szenario das Vorliegen einer ASP-positiven Probe von einem tags zuvor verendeten Wildschwein im Landkreis Vorpommern Greifswald vor. Von nun an galt die (simulierte) Gefahrenstufe 2. Ein Arbeitsstab im Innenministerium unter fachlicher Leitung des Landwirtschaftsministeriums benachrichtigte die

Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und der Stadt Rostock und setzte eine Reihe umfänglicher Behörden-Maßnahmen in Gang. Restriktionszonen (Sperrzonen) wurden ausgewiesen; Veterinäre simulierten u.a. die Entnahme, das LALLF die Untersuchung fiktiver Blutproben von erkrankten oder verendeten Tieren, und die untere Jagdbehörde wurde mit der Suche nach weiterem „Fallwild“ beauftragt. Am Ende registrierte der Arbeitsstab in sieben simulierten Fällen den Ausbruch bzw. den Verdacht der Afrikanischen Schweinepest in Wild- und Hausschweinbeständen in fünf Landkreisen.

Geübt wurden neben Koordinierung und Kommunikation aller Maßnahmen und sämtlicher Beteiligter auch praktische Handlungen, wie sie im Ernstfall umgehend vonnöten wären: zum Beispiel das Ausweisen oder Absperren von Restriktions- und Gefährdungsgebieten, der Einsatz der Jägerschaft, die Kommunikation mit Flächeneigentümern im Seuchengebiet, das Durchsetzen von Seuchenschutz-Maßnahmen für Halter von Hausschweinen, das Überprüfen und das Desinfizieren von Stallanlagen durch die Veterinärämter und schließlich das Klären rechtlicher Fragen und die gezielte Information der Öffentlichkeit.

Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich. Allerdings ist der Erreger auch in gefrorenem oder verarbeitetem Fleisch überlebensfähig. Die Infektion von Schweinen kann also über verfütterte oder achtlos entsorgte Wurst- oder Fleischreste erfolgen. Mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das ASP-Virus ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. „Ich fordere die Bundesregierung auf, dringend die Forschungskapazitäten für einen solchen Impfstoff zu erhöhen“, sagte Minister Till Backhaus.

Schwerin - 12.10.2017
Text: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt