Aufbau Ost - Thema im Landtag


Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU): Wirtschaft kommt voran - Strukturschwäche abzubauen ist ein langwieriger Prozess – Fachkräftesicherung und Digitalisierung gemeinsam bewältigen

Am Donnerstag ist im Landtag das Thema Aufbau Ost diskutiert worden. „Die Wirtschaft im Land kommt voran. Wir blicken auf einen erfolgreichen Aufbauprozess zurück. Auf das bislang Erreichte können alle Menschen in unserem Land gemeinsam stolz sein. Sanierte Städte und eine leistungsfähige Infrastruktur sind das für jeden sichtbare Ergebnis dieser Aufbauleistung. In Mecklenburg-Vorpommern sind viele neue Unternehmen und Arbeitsplätze im Verarbeitenden Gewerbe, im Handwerk, Tourismus oder in der Gesundheitswirtschaft entstanden. Das ist vor allem die Aufbauleistung von mutigen Unternehmerinnen und Unternehmern und ihren Mitarbeitern. Klar ist auch: Mecklenburg-Vorpommern und die anderen ostdeutschen Bundesländer weisen noch immer einen wirtschaftlichen Entwicklungsrückstand auf, im Hinblick auf Pro-Kopf-Einkommen, Produktivität und Arbeitslosenquote. Die Landesregierung benennt diesen Angleichungsrückstand in aller Deutlichkeit. Hier wird nichts beschönigt oder ignoriert. Im Gegenteil: Die Landesregierung stellt die Herausforderungen offen und deutlich dar und arbeitet intensiv an deren Bewältigung", sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe im Landtag.

Mehr Industrie weiter gebraucht - Gesundheitswirtschaft ausbauen

Das Bruttoinlandsprodukt in Mecklenburg-Vorpommern betrug 2011 rund 36,3 Mrd. Euro. 2017 wurde mit rund 42,8 Mrd. Euro das historisch höchste Bruttoinlandsprodukt des Landes erzielt, ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit unserem Ergebnis lagen wir deutlich über dem ostdeutschen Wachstum von 1,4 Prozent. Der Wert für das erste Halbjahr 2018 nach vorläufigen Berechnungen weist ein moderates Wachstum von einem Prozent aus. „Kein Anlass, eine grundsätzliche Wachstumsschwäche auszurufen.

Mecklenburg-Vorpommern ist zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort für Investoren geworden. Die Bereitschaft von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern zu investieren, muss noch stärker geweckt und zum Erfolg geführt werden. Das gelingt durch intensives Werben auf Messen und durch die konkrete Investorenansprache im Ausland. Wir müssen dabei weiter vorankommen ", so Glawe weiter.

Wirtschaftsminister Glawe machte deutlich, dass die Herbstumfrage der Industrie- und Handelskammern eine deutliche Sprache spricht: „Volle Auftragsbücher und gute Geschäfte sorgen in der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern momentan für eine positive Stimmung. Verständlich ist, dass die Firmen bei den Prognosen für die weitere Geschäftsentwicklung noch zurückhaltend sind. Denn, wenn die Entwicklung gut ist, dann ist man eher skeptisch, ob es auch so weitergeht. Auch die weltwirtschaftliche Lage – man braucht sich eigentlich nur in Europa umschauen - trägt sicherlich zu einer gewissen Verunsicherung bei", sagte Wirtschaftsminister Glawe im Landtag.

Strukturschwäche abzubauen ist ein langwieriger Prozess

„Strukturschwäche abzubauen ist ein langwieriger Prozess – das gilt auch für einige Regionen in Westdeutschland. Der infrastrukturelle und wirtschaftliche Rückstand Ostdeutschlands gegenüber Westdeutschland war nach dem Fall der Mauer vor 29 Jahren enorm. Die Nachwirkungen sind noch zu spüren. Die grundsätzlich für alle ostdeutschen Bundesländer festzustellenden Schwächen, wie beispielsweise die Kleinteiligkeit der Wirtschaft, geringere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Privatwirtschaft, fast völliges Fehlen von Unternehmenszentralen, und damit einhergehende niedrigere Einkommen galten auch für Mecklenburg-Vorpommern. Der Angleichungsprozess der Wirtschaftsleistung ist nicht so einfach und kurzfristig, wie manche sich das vorstellen oder aus politischen Gründen behaupten. Dies zeigen auch die wirtschaftlichen Unterschiede in Westdeutschland deutlich“, erläuterte Glawe weiter.

Unser Land braucht weiter Förderung

Mecklenburg-Vorpommern ist auch 29 Jahre nach der Wende weiter auf Förderung angewiesen. „Wir brauchen weiter Anreize um wirtschaftlich weiter voranzukommen. Mit dem Auslaufen des Solidarpaktes II Ende 2019 steht die Regionalpolitik vor einer grundlegenden Neuorientierung. Wir setzen uns beim Bund für ein gesamtdeutsches Fördersystem in strukturschwachen Regionen ein, welches die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärkt und die Lebensverhältnisse im Bundesgebiet angleicht. Bei der Frage der Förderung muss der regionale Bedarf und nicht die Himmelsrichtung entscheidend sein", betonte Glawe.

Der Minister ging weiter auf die Herausforderungen der wirtschaftlichen Entwicklung ein. „Wir arbeiten weiter intensiv an der Stärkung unserer wirtschaftlichen Basis. Wir verfolgen unsere Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, die auf Wachstum, Innovation, höherwertige Beschäftigung und damit auf höhere Einkommen setzt. Wir haben neue Unterstützungsmöglichkeiten herausgebracht, die Herausforderungen des Strukturwandels, wie beispielsweise die Digitalisierung und die Fachkräftesicherung zu meistern", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Schwerin - 25.10.2018
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit