Bauarbeiten für Stadtarchiv fast abgeschlossen


Die Bauarbeiten für das neue Stadtarchiv am Ryck sind so gut wie abgeschlossen. Nur noch wenige Restarbeiten – wie der Einbau von Glastrennflächen oder Innentüren – müssen erledigt werden. Auch die Außenanlagen sind schon im Großen und Ganzen fertig gestaltet – angefangen bei der Pflasterung über das Ansäen von Rasen bis hin zur Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern. Ein Kunstwerk von Eckhard Labs, „das Lesezimmer“, schmückt die Freifläche vor dem Gebäude. Die Holzskulpturen standen bislang vor der Sporthalle 4 und wurden nun passenderweise zum neuen Stadtarchiv umgesetzt. Voraussichtlich im Juli wird die Klimaanlage im Gebäude eingeschaltet. Dann dauert es noch mehrere Wochen, bis die richtigen klimatischen Bedingungen für das Archivgut erreicht sind. Voraussichtlich ab September wird der Einzug in mehreren Phasen erfolgen. Der endgültige Abschluss der Möblierung und des Umzugs und damit die Eröffnung ist nach jetzigem Stand für Anfang 2021 vorgesehen.

Greifswald - 03.06.2020
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Greifswald - Stadtarchiv

(Foto: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald)


Neues Archiv für Gedächtnis der Stadt fast fertig

Bis auf wenige Restarbeiten sind die Bauarbeiten für das neue Stadtarchiv in der Straße An den Wurthen abgeschlossen. Lediglich einige Glastrennwände und Innentüren müssen noch eingebaut werden. Voraussichtlich im Juli wird die Klimaanlage im Gebäude eingeschaltet. Dann dauert es noch mehrere Wochen, bis die notwendigen raumklimatischen Bedingungen für das Archivgut erreicht sind. Bevor der Umzug der Bücher in mehreren Phasen erfolgt, haben auch die Greifswalderinnen und Greifswalder Gelegenheit, sich das neue Gebäude anzuschauen – bei einem Tag der offenen Tür im September. Der endgültige Abschluss der Möblierung und des Umzugs und damit die Eröffnung sind nach jetzigem Stand für Anfang 2021 vorgesehen.

„Das neue Stadtarchiv am Ryck ist ein markantes Bekenntnis der Stadt zu ihrer reichen historischen Vergangenheit“, sagte Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder bei einem Rundgang mit Journalisten. „Mit dem Neubau bekommt das wertvolle kulturelle Erbe und Gedächtnis der Hansestadt nach vielen Jahrzehnten endlich einen würdigen Aufbewahrungsort und beste Lagermöglichkeiten.“

„Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Bau konnte das Projekt im neuen Zeit- und Kostenrahmen erfolgreich umgesetzt werden. Dafür danke ich allen am Bau beteiligten Firmen, den Planern und Architekten und besonders allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung.“, ergänzte Bausenatorin Jeannette von Busse. Sie bedankte sich außerdem beim Land für die enge Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung. „Besucher und Mitarbeiter können sich auf ein modernes, nachhaltig gebautes und nutzerfreundliches Gebäude freuen, das ebenso Möglichkeiten für Veranstaltungen bietet.“

Das Gebäude hat eine Grundfläche von rund 400 Quadratmetern. Es verfügt über vier Geschosse. Im Erdgeschoss ist ein Lesesaal untergebracht. Hier wird es zudem die Möglichkeit geben, über verschiebbare Wände eine größere Veranstaltungsfläche herzurichten. Auch das Standesamt erhält hier Räumlichkeiten für sein Archiv. In der 1. Etage ist die Verwaltung untergebracht, die 2. und 3. Etage sind den Magazinräumen vorbehalten.

„Endlich werden die Archivalien wieder an einem Ort zusammengeführt.“, freut sich der Leiter des Stadtarchivs, Uwe Kiel. „Die Übergangslösungen haben damit ein Ende. Das Archivgut kann nun fachgerecht gelagert und leichter und im wahrsten Sinne des Wortes für alle zugänglich gemacht werden. Denn im Gegensatz zum alten Gebäude in der Arndtstraße ist der Neubau barrierefrei.“ In den letzten Jahren hatten sich die Magazinräume in der Arndtstraße als viel zu klein und zu feucht erwiesen. Der Platzmangel erforderte deshalb eine dezentrale Lagerung der Archivbestände, unter anderem in der Siemensallee.

Auch die Außenanlagen sind schon im Großen und Ganzen fertig gestaltet – angefangen bei der Pflasterung über das Ansäen von Rasen bis hin zur Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern. Ein Kunstwerk von Eckhard Labs, „Das Lesezimmer“, schmückt die Freifläche vor dem Gebäude. Die Holzskulpturen standen bislang vor der Sporthalle IV und wurden nun passenderweise zum neuen Stadtarchiv umgesetzt. Metallene Intarsienplatten mit Daten aus der pommerschen und Greifswalder Geschichte im Boden des Eingangsbereichs sind ein weiterer Blickfang.

Das Gebäude wird mit Hilfe einer Wärmepumpenanlage über Geothermie betrieben. Dafür wurden etwa 10 Sonden 99 Meter tief ins Erdreich gerammt. Über sie wird die für den Heiz- und Kühlbetrieb benötigte Energie zur Verfügung gestellt. Eine Photovoltaikanlage sorgt zusätzlich für die Stromerzeugung. Das Gebäude wird nach dem BNB-Qualitätsstandard „Silber“ errichtet.

Für den Neubau des Stadtarchivs hatte die Stadt einen europaweiten Planungswettbewerb ausgelobt, an dem sich 36 Büros beteiligten. Das Konzept des Dresdner Architekturbüros CODE UNIQUE ARCHITEKTEN GmbH wurde nunmehr umgesetzt. Bedingt durch notwendige Neuausschreibungen einiger Bauleistungen kurz nach dem Baustart 2017 war es zu Verzögerungen beim Bauablauf gekommen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 8 Millionen Euro. Das Land unterstützt den Bau mit 3,67 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln.

Die Landesregierung will das Pommersche Landesarchiv ebenfalls an diesem Standort unterbringen, ebenso wie die Nordkirche erwägt, das Landeskirchliche Archiv in das Gebäudeensemble zu integrieren. Die Gespräche zur konkreten Umsetzung laufen. Der Standort würde dann als Archivzentrum drei bedeutende vorpommersche Archive bündeln.

Das Greifswalder Stadtarchiv: Gedächtnis der Stadt und wertvolles Kulturgut

Es umfasst bedeutende schriftliche Überlieferungen zur Geschichte der Stadt, Amtsbücher, Akten und anderes Archiv- und Sammlungsgut, so auch die Urkunde zur Verleihung des lübischen Stadtrechts vom 14. Mai 1250.

Im Mittelalter wurden Handschriften, wie Statuten- und Stadtbücher, in einer Truhe oder einem Schrank aufbewahrt. Anfang des 18. Jahrhunderts gab es dann die ersten Anordnungen, dass alte Registraturen an das Große Ratsarchiv abzuliefern sind. Anfang des 19. Jahrhunderts machte sich der Greifswalder Ratsherr Carl Gesterding um eine Ordnung und Verzeichnung der Archivbestände verdient. Im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde der erste Archivar angestellt.

Nach dessen Ausscheiden trat Unordnung ein und Teile der Bestände wurden abgegeben oder anderweitig ausgelagert. Kontinuität stellte sich erst ein, als das Greifswalder Stadtarchiv seit 1954 von Rudolf Biederstedt neu aufgebaut und geleitet wurde. Mitte der 1980er Jahre konnte das Archiv dann aus den zu kleinen und brandschutztechnisch unzureichenden Räumen im Rathaus in die Arndtstraße umziehen. Auch diese haben sich inzwischen als zu klein und zu feucht erwiesen, weshalb die meisten Bestände ausgelagert werden mussten.

Greifswald - 11.06.2020
Quelle: Pressestelle Universitäts- und Hansestadt Greifswald