MeLa2019


Minister Dr. Till Backhaus (SPD) fordert neuen Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft

Anlässlich der 29. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (kurz: MeLa), die morgen (12.09.2019, 10 Uhr) in Mühlengeez eröffnet, forderte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus einen neuen Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft. „Landwirtschaft betrifft uns alle. Jeden Tag, bei jeder Mahlzeit. Es gibt viele unterschiedliche Vorstellungen davon, wie unsere Landwirtschaft aussehen sollte. Sie basieren häufig auf einer unübersichtlichen Faktenlage, die unterschiedliche Interessengruppen ganz unterschiedlich interpretieren und für ihre Argumentation verwenden. Deshalb ist es wichtig, dass wir miteinander reden und gemeinsam Projekte und Ideen entwickeln, wie Landwirtschaft und Umweltschutz Hand in Hand gehen können oder dies heute schon tun. Die MeLa ist die zentrale Veranstaltung im Land, bei der Branche, Politik und Verbraucher dazu ins Gespräch kommen können.“

Im Mittelpunkt der diesjährigen MeLa steht die Frage, welchen Beitrag Landwirtschaft zum Klimaschutz und zum Erhalt der natürlichen Ressourcen für nachkommende Generationen leisten kann. „Für mich muss die Landwirtschaft ganz klar als Teil der Lösung betrachtet werden. Alles andere wäre widersinnig. Die Landwirtschaft sichert unsere Lebensgrundlagen und ist damit ein zentraler Wohlstandsfaktor. Lebensmittel in ausreichender Menge und guter Qualität zur Verfügung zu stellen, hat auch etwas mit nationaler Sicherheit zu tun. Wir alle sind vor diesem Hintergrund von einer intakten Natur abhängig. Ohne gesunde Böden, sauberes Wasser und Biodiversität gibt es auf Dauer keine gute Ernte. Um bestehende Probleme angehen zu können, braucht es deshalb eine neue kooperative Zusammenarbeit von Landwirten und Naturschützern“, positionierte sich Backhaus

Im Zusammenhang mit dem Ressourcenschutz sei die Umsetzung der Düngeverordnung eines der Themen, das die Gemüter des Berufsstandes, aber auch die Agrarverwaltung derzeit am meisten erhitze, so der Minister. „Wir müssen leider feststellen, dass Bund, Länder und Berufsstand in dieser Frage gemeinsam versagt haben. Anstatt auf die Vorgaben von 2012 mit Konsequenz und mit glaubhaften Maßnahmen zu reagieren, wurde erst versucht, das Problem auszusitzen, dann wurde taktiert und klein geredet und schließlich vom Bund nahezu kopflos agiert“, kommentierte Backhaus. Fakt sei. Die Düngeverordnung werde kommen und sie werde Landwirte zum Umdenken und zur Suche nach alternativen Fruchtfolgen für ihren jeweiligen Standort zwingen. Auch Pflanzenschutzmittel müssten künftig noch zielgenauer eingesetzt werden. „Um innovative Technologien, die dies ermöglichen auch bei uns im Land noch mehr einsetzen zu können, brauchen wir schnelles Internet an jeder Milchkanne – und nicht nur dafür“, sagte er weiter.

Backhaus warb in diesem Zusammenhang auch für eine Allianz für Wasser, die nicht nur die Landwirte allein in die Pflicht nimmt, sondern die Gesamtverantwortung deutlich macht, das gesellschaftliche Ziel beschreibt und die konkreten Maßnahmen zum Erreichen dieses Zieles aufzeigt.

Wie wichtig es ist, dass die Landwirtschaft, aber auch andere Wirtschaftsbereiche, wie Industrie und Verkehr, klimaschonend produzieren, sei uns in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich vor Augen geführt worden, so der Minister. Nach drei schlechten Erntejahren, könnten die Landwirte in diesem Jahr aufatmen. Dennoch seien die Erträge aufgrund von Hitze und Trockenheit regional sehr unterschiedlich ausgefallen und der Berufsstand nach wie vor dazu angehalten, sich auf Klimaveränderungen einzustellen. Besonders schlecht sei die Ernte auf den grundwasserfernen Sandstandorten rund um die Müritz, im Süden des Landkreises Ludwigslust-Parchim und im Uecker-Randow-Kreis ausgefallen. Auch die Futtersituation bleibe weiterhin angespannt. Eine Reihe von Futterbaubetrieben habe die Winterfutterversorgung noch nicht absichern können.

Auch die Verbraucherinnen und Verbraucherinnen seien gefragt, wenn es um den Klima- und Ressourcenschutz geht, unterstrich Backhaus. Am Messestand des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt erfahren Gäste mehr über den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln. „Wir geben zum Beispiel ganz konkrete Tipps, wo und wie Lebensmittel am besten aufbewahrt werden müssen“, erklärte er. Gemeinsam mit Bauernpräsident Detlef Kurreck und Vertretern der Deutschen Gesellschaft Ernährung (DGE) und des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes MV (DHG) wird der Minister am Donnerstag (12.09.2019,14 Uhr) an einer Podiumsdiskussion zum Thema Lebensmittelwertschätzung teilnehmen.

Schwerin - 11.09.2019
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD): Landwirtschaftsmesse MeLa öffnet ihre Pforten

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in Mühlengeez bei der Eröffnung der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) die große Bedeutung der Messe hervorgehoben: „Diese Leistungsschau hat sich inzwischen zur größten Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau im Norden Deutschlands entwickelt. Die MeLa bietet vor allem einem breiten Fachpublikum neueste Informationen auf allen Gebieten der Land- und Ernährungswirtschaft. Aber gleichzeitig ist sie offen für alle und ein echter Publikumsmagnet im Herbst. Hier in Mühlengeez schlägt ab heute wieder das „Herz der Landwirtschaft“ mit mehr als 1000 Ausstellern aus dem In- und Ausland.“

Die Jahre 2017 und 2018 waren für die Landwirtinnen und Landwirte sehr schwierige Jahre. „Nach den letzten beiden schlechten Jahren können wir sagen, die vorläufige Erntebilanz gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Die Erträge fallen in diesem Jahr deutlich besser aus als im Vorjahr. Bei meiner Erntebereisung in diesem Sommer konnte ich mich von der Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft, auch unter schwierigen Bedingungen, überzeugen. Unsere Landwirtschaft ist gut aufgestellt und leistungsstark – das gilt für konventionelle als auch für ökologische Betriebe“, sagte die Ministerpräsidentin.

Die Landwirtschaft habe eine wichtige Funktion für den ländlichen Raum. „Wo starke landwirtschaftliche Betriebe sind, da ist das Leben vielfältiger und die Gemeinden lebendiger“, so die Ministerpräsidentin weiter.

Die Landwirtschaftspolitik werde stark durch die Politik auf europäischer Ebene bestimmt. „Wir haben im letzten Jahr eine Kabinettsklausur in Brüssel abgehalten. Dort haben wir uns auch mit der finanziellen Ausstattung der Betriebe in der kommenden Förderperiode beschäftigt. Unsere Landwirte brauchen dringend Planungssicherheit und eine angemessene Finanzausstattung für den Zeitraum von 2021 – 2027. Dafür werden wir uns weiter einsetzen“, so die Regierungschefin.

Schwerin - 12.09.2019
Quelle: Staatskanzlei / Ministerpräsidentin


Mela: Waldarbeiter treten zu Landesmeisterschaften an

Umrahmt von Ausstellern aus den Bereichen Wald-, Forst- und Landtechnik befindet sich im Block E des Messegeländes in Mühlengeez die Aktionsfläche Forst. Sie macht ihrem Namen alle Ehre. Denn alle drei Messetage über kann der Besucher hier viel Aktion erleben: jeweils von 9 bis 17 Uhr finden die Waldarbeitermeisterschaften statt.

„Die Waldarbeitermeisterschaften stellen den Zuschauern unter Wettkampfbedingungen sehr praxisnahe Tätigkeiten vor und regen die Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch untereinander an“, erklärt Landwirtschafts- und Forstminister Dr. Till Backhaus. Beispielsweise gehe es um das präzise Beherrschen und sichere Handhaben der Motorkettensäge. Sie sei trotz der rasanten Technisierung der Holzernte durch Vollerntemaschinen wie Harvester das bestimmende Werkzeug der Forstarbeiter bei der Waldpflege und Holzeinschlag.

Den Anfang machen heute die Nachwuchs-Meisterschaften (U24) mit 22 Auszubildenden, darunter drei Frauen. Am Samstag wetteifern 12 Profis um den „Mela-Pokal“ und den Abschluss bildet am Sonntag die Forwarder-Meisterschaft. Die Siegerehrungen sind jeweils unmittelbar nach Abschluss der Wettkämpfe gegen 18.00 Uhr (Freitag) bzw. 16.30 Uhr (Samstag) vorgesehen.

Die Teilnehmer der Waldarbeitermeisterschaften messen sich in den Disziplinen Sägekettenmontage, Zielbaumfällen, Präzisions- und Kombinations­holzschnitt und Entasten eines Stammes.

Bei der Forwarder-Meisterschaft steuern Maschinen­führer ihre Schlepper durch einen engen Parcours und bauen mit dem Kran einen Turm aus sieben Holzklötzen.

Ergänzt wird das Programm der Waldarbeitermeister­schaft durch das Waldmobil. Hier werden anschaulich und praxisnah die Berufsinhalte des Forstwirts und des Försters dargestellt und für den forstlichen Nachwuchs geworben. Auch für Kinder ist mit dem „Baumklettern“ unter Anleitung versierter Baumsteiger der Landesforstanstalt für Abwechslung gesorgt.

Schwerin - 13.09.2019
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


MeLa-Bauerntag: Backhaus fordert Umdenken für mehr Klimaschutz

Auf dem traditionellen MeLa-Bauerntag in Mühlengeez forderte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts­minister Dr. Till Backhaus ein radikales Umdenken in der Landwirtschaft, um den steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an eine umwelt- und klimaschonende Produktion und mehr Tierwohl noch besser gerecht zu werden:
„Die Landwirtschaft ist der größte Wirtschaftszweig der Welt. Elf Prozent der Erdoberfläche sind landwirtschaftlich nutzbar; das sind etwa 5,6 Milliarden Hektar. Fast zwei Milliarden Menschen finanzieren mit der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt. Daraus ergibt sich für die Branche eine enorme Verantwortung für den Schutz unseres Planeten. Es liegt in unserer Verantwortung, jetzt radikal umzudenken und umgehend zu handeln, damit unsere Kinder und Enkelkinder nicht mit noch viel drastischeren Folgen von Klimakrise, Ressourcen- und Artenverlust leben müssen“, betonte Backhaus. Dazu brauche es gezielte Förderung, faire Handelsbeziehungen sowie bewusst und nachhaltig agierende Verbraucher und Verbraucherinnen.

Gleichwohl warnte er vor einer Stigmatisierung der Branche: „Nichts ist so gut, dass man es nicht besser machen könnte. Und natürlich gibt es auch in der Landwirtschaft unausgeschöpfte Potenziale. In einer vernetzten Welt wie unsere, in der das eigene Handeln mitunter globale Auswirkungen haben kann, muss jedoch jeder seinen Beitrag leisten, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen für nachkommende Generationen zu erhalten. Gegenseitige Schuldzuweisungen bringen uns nicht weiter. Was wir stattdessen brauchen, ist ein kooperatives Miteinander auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette und vor allem zwischen Landwirten und Umweltschützern.“

Dass bei den Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern bereits ein Umdenken begonnen hat, zeigten die Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen (AUKM), die hierzulande mittlerweile auf 400.000 Hektar Ackerfläche umgesetzt würden. Dazu gehöre der Anbau vielfältiger Kulturen (141.000 ha), das Anlegen von Blühstreifen und -flächen (7.800 ha) oder aber die ökologische Bewirtschaftung auf mittlerweile rund 170.000 Hektar Ackerfläche. Damit gehört Mecklenburg-Vorpommern im Öko-Landbau weiterhin zu den Spitzenreitern in Deutschland. Für das Verpflichtungsjahr 2018 haben die hiesigen Landwirte rund 55 Millionen Euro Fördermittel für das Umsetzen von AUKM erhalten.

Unzufrieden zeigte sich der Minister nach wie vor mit dem Zustand der Gewässer im Land: „Wasser ist der Ursprung allen Lebens. Deshalb müssen wir alle Anstrengungen darauf ausrichten, diese Ressource zu schützen. Zwar sind unsere Gewässer dank umfassender Investitionen, beispielsweise in die Abwasserreinigung, in den vergangenen 30 Jahren für jedermann sichtbar sauberer geworden, leider fehlt es ihnen noch immer an natürlicher Struktur und gewässertypischen Lebensräumen, die für die Artenvielfalt unabdingbar sind.“ Auch die diffusen Einträge, vor allem aus der Landwirtschaft, seien ein Problem, vor dem niemand die Augen verschließen könne. So seien zwölf der 53 Grundwasserkörper in M-V erhöht nitratbelastet. Weitere Einschränkungen im Zuge der neuen Düngeverordnung seien deshalb unumgänglich. Dänemark, Polen und die Niederlande begrenzten die Düngung schon seit Jahren stärker als Deutschland.

Für den Einsatz von Pflanzenschutzmittel gelten Backhaus zufolge ähnliche Grundsätze: „Auch wenn man nach derzeitigem Wissen davon ausgeht, dass die zugelassenen Pflanzenschutzmittel Umwelt und Mensch nicht schaden, bleibt eine Restunsicherheit, die niemand ausräumen kann. Daher muss unser Ansatz sein: nur dann wenn nötig und immer so wenig wie möglich! Pflanzenschutzmittel dürfen nicht der Standard, sondern die Ultima Ratio sein.“ In 2017 waren in Deutschland über 800 Mittel zugelassen. Die Zahl eingesetzter Wirkstoffe in den zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist seit 2000 (276 Wirkstoffe) annähernd konstant geblieben.

Zentrale Voraussetzung, um das Umdenken in der Landbewirtschaftung weiter zu beschleunigen, sei die angemessene Honorierung von Umweltleistungen. „Der Erfolg unser Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zeigt, dass die Landwirte verstanden haben, dass sich mit Umweltleistungen Geld verdienen lässt und wir mit sinnvollen Anreizsystemen etwas bewegen können“, sagte Backhaus. Um die Betriebe auf dem Weg hin zu mehr Umweltorientierung weiterhin fachgerecht beraten zu können, müsse die Forschung in klimarobuste Sorten, alternative Fruchtfolgen, boden- und nährstoffschonende Bewirtschaftungsverfahren und die Entwicklung neuer Düngetechnologien verstärkt werden.

Abschließend wagte Minister Backhaus den Ausblick auf eine klimaneutrale Landwirtschaft der Zukunft. Laut Weltklimarat IPCC gehen global betrachtet rund 30 Prozent der Klimagasemissionen auf das Konto der Landwirtschaft und der veränderter Landnutzung. Mit Verarbeitung, Transport, Kühlung, Erhitzung, Zubereitung und Entsorgung von Lebensmitteln hängen laut IPCC sogar 40 Prozent aller Emissionen davon ab, wie sich die Menschen ernähren und Landwirtschaft betreiben. Auf Deutschland bezogen seien es etwa 7 Prozent.

„Ich glaube schon, dass sich Landwirtschaft als Ganzes klimaneutral organisieren lässt, wenn es den Betrieben gelingt, sich an die neuen klimatischen Verhältnisse anzupassen, die Überproduktion von Lebensmitteln gestoppt wird und auch Konsumenten und Konsumentinnen darauf achten, dass weniger Lebensmittel in der Tonne landen“, so der Minister. Neben dem CO2-Einsparungspotzenzial besitze die Landwirtschaft zudem erhebliches Potenzial, um Kohlendioxid zu binden, zum Beispiel durch die Wiedervernässung von Mooren bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung (Paludikultur). Ziel müsse sein, Moore so zu bewirtschaften, dass der Torfkörper erhalten bleibt und die Treibhausgasemissionen gemindert werden.

Schwerin - 13.09.2019
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


MeLa: Preise in Anerkennung für langjährige und engagierte Zuchtarbeit

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat heute (13.9.) die diesjährigen Preise für hervorragende Verdienste in der Tier- und Pflanzenzucht in Mecklenburg-Vorpommern an Dr. Edgar Coym und Hartmut Giermann überreicht. Beide Ausgezeichneten sind Geschäftsführer von Agrarbetrieben und gleichzeitig verdienstvolle Verbandsfunktionäre, die Mecklenburg-Vorpommerns auch auf Bundesebene vertraten bzw. noch vertreten. Coym ist Aufsichtsratsvorsitzender der RinderAllianz und Giermann ist Vorsitzender des Vorstandes des Saatgutverbandes MV.

Den Tierzuchtpreis 2019 erhielt mit Coym ein Brandenburger. Der Geschäftsführer der Agrarprodukte Dedelow GmbH (Landkreis Uckermark) prägt jedoch als Aufsichtsratsvorsitzender der RinderAllianz auch die Rinderzucht in Mecklenburg-Vorpommern. Die Agrarprodukte Dedelow GmbH ist als Betrieb im ehemaligen Bezirk Neubrandenburg von Anfang an Mitglied des Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Coym übernahm 1979 die Leitung der Milchrind-Zucht in Dedelow. Mit der Umstrukturierung der ZBE Milchproduktion Dedelow in die Agrarprodukte Dedelow GmbH ist sein Name untrennbar mit den Fortschritten der Zucht der Milchrindrasse Deutsche Holstein verbunden.

„In der Person von Dr. Edgar Coym verbinden sich wirtschaftliches Betriebsmanagement mit gelebter, kenntnisreicher Züchterpassion zur modernen Rinderzucht“, sagte Backhaus in der Laudatio. „Oberste Prämisse war hierbei das Streben nach einer wirtschaftlichen Landwirtschaft mit gesunden, leistungsstabilen und langlebigen Tieren.“ Mit Nachdruck betrieb Coym seit 2005 das so genannte Testherdenprogramm, das deutschlandweit anerkannt ist. Vereinfacht gesagt werden hier Gesundheitsdaten der Kälber und Kühe der teilnehmenden Herden gesammelt, um Rückschlüsse auf genetisch bedingte Anfälligkeiten zu ziehen und Zuchtwerte zu erreichen, die stärker auf Gesundheit und Fitness der Hochleistungskühe ausgerichtet sind.

Den Pflanzenzuchtpreis 2019 erhielt mit Giermann ein bodenständiger Landwirt aus der Region Jarmen, der sich von Anfang mit der Saatgutvermehrung befasst hat. „Seit über 25 Jahren leitet er den Landessaatgutverband, dessen Entwicklung zu einem leistungsfähigen Verband der Agrarwirtschaft er entscheidend mitgeprägt hat“, betonte Backhaus. „Auch seiner persönlich engagierten Arbeit ist es zu verdanken, dass die Saatgutwirtschaft in unserem Land einen hohen Stellenwert hat und hier etwa 15 Prozent der Saat für Mähdruschfrüchte und 20 Prozent der Pflanzkartoffeln Deutschlands erzeugt werden.“

Der Geschäftsführer der Benziner Ackerbau GmbH baut auf rund 60 Prozent der Betriebsfläche Mähdruschfrüchte und Pflanzkartoffeln an, die anderen Landwirten Mecklenburg-Vorpommerns und Deutschlands gesundes Saat- bzw. Pflanzgut sichern. Unter Giermanns Leitung wurde unter anderem das deutschlandweit einmalige Projekt des Landessaatgutverbandes „Pro Z-Saatgut“ durchgeführt. Ziel war es Gesundheit und Qualität des Erntegutes zu sichern, indem die Landwirte Saatgut aus kontrolliertem Anbau bei Vermehrungsbetrieben verwenden statt es selbst zu gewinnen. „Dadurch ist in Mecklenburg-Vorpommern ein hoher und stabiler Saatgutwechsel von fast 70 Prozent erreicht worden, das sind 2 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt“, würdigt Backhaus die Initiative.

Schwerin - 13.09.2019
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt


Handwerk präsentiert sich auf der Messe MeLa in Mühlengeez

Rudolph: Wiedereinführung der Meisterpflicht ist Signal für Qualität - Stärker für Ausbildung im Handwerk werben


Noch bis Sonntag findet die diesjährige Messe MeLa - die 29. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau in Mühlengeez bei Güstrow statt. Am Sonnabend hat sich Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph im Rahmen des `Festes des Handwerks´ über ausstellende Unternehmen informiert. „Die Messe ist eine ideale Plattform für heimische Unternehmen für sich zu werben, um neue Zielgruppen und Absatzmärkte zu erschließen. 30 Aussteller aus unserem Land präsentieren ihre Angebotsvielfalt auf der ´Straße des Handwerks´. Es gibt bei uns im Land keine publikumsstärkere Messe um für das Handwerk und die Fachkräftesicherung zu werben“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Einführung der Meisterpflicht ist starkes Signal

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat die Einigung der schwarz-roten Koalition für die Wiedereinführung der Meisterpflicht auf der MeLa thematisiert. Die Meisterpflicht soll ab Anfang 2020 für insgesamt zwölf Gewerke gelten. „Unser Land hat sich im Bund dafür eingesetzt. Auf dieses starke Signal für Qualität und Qualifikation im Handwerk haben viele gewartet. Der Meisterbrief steht für Qualitätsarbeit, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft. Der Brief ist auch unter dem Blickwinkel wichtig, die berufliche Bildung in kleinstrukturierten Betrieben zu fördern. Hohe Anforderungen an den Verbraucherschutz sind ebenso wertvolle und gewichtige Gründe für die Wiedereinführung. Gerade für Kunden der Handwerksfirmen ist der Brief ein wichtiges Qualitätskriterium“, machte Rudolph deutlich. Zu den zwölf Gewerken zählen: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger; Betonstein- und Terrazzohersteller; Estrichleger; Behälter- und Apparatebauer; Parkettleger; Rollladen- und Sonnenschutztechniker; Drechsler; Holzspielzeugmacher; Böttcher; Glasveredler; Schilder- und Lichtreklamehersteller; Raumausstatter sowie Orgel- und Harmoniumbauer. Bestehende Betriebe, die derzeit nicht der Meisterpflicht unterliegen, sollen Bestandsschutz erhalten.

Stärker für Ausbildung im Handwerk werben


Im Bezirk der Handwerkskammer Schwerin sind derzeit 2037 junge Menschen in der Ausbildung. Hier sind aktuell 189 Lehrstellen nicht besetzt. Der Bezirk der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern verzeichnet 3.076 Auszubildende, 521 Lehrstellen sind noch frei. „Die Fachkräftesituation ist eine der drängendsten Herausforderungen. Der wachsende Bedarf an Handwerkern ist bereits heute überall spürbar, denn es macht sich praktisch bemerkbar: Wartezeiten für Kunden werden länger. Läden müssen schließen, weil sie keine Nachfolger mehr finden. Der Markt ist angespannt. Umso wichtiger ist es, noch stärker für eine Ausbildung im Handwerk zu werben“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend. Die meisten unbesetzten Stellen sind in den beiden Kammerbezirken in den Gewerken Elektroniker, Metallbauer, Anlagenmechaniker, Tischler, Kfz-Mechatroniker und Dachdecker zu finden.

Die Kreishandwerkerschaften in Mecklenburg-Vorpommern werden vom Wirtschaftsministerium beim Ausbildungsmarketing für Handwerksbetriebe für die Ausbildungskampagne `weitersagen´ (www.das-beste-am-handwerk.de) unterstützt. „Die Auftragsbücher sind voll. Deshalb bleibt in den Betrieben im Alltag wenig Zeit, sich um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu kümmern. Wir wollen mit der Unterstützung das Handwerk bei der Fachkräftegewinnung noch sichtbarer machen. Im Mittelpunkt stehen authentische Menschen, die über ihre Erfahrungen berichten können Es geht auch darum, mögliche Vorurteile über Ausbildungsberufe im Handwerk abzubauen und für mehr Klarheit über die verschiedenen Berufsbilder zu sorgen“, erläuterte Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph. Kernelemente des Ausbildungsmarketings sind Wort-Bild-Botschaften von Handwerkmeistern sowie Auszubildenden im Handwerk. Diese Botschaften werden QR-Code-basiert und ständig aktualisiert. Geworben wird sowohl auf analogen Wegen (Plakate, Aufsteller) als auch auf digitalen Wegen (Homepages, Facebook, Instagram, Xing).

Ausstellerfläche bei Straße des Handwerks fast verdoppelt

Die Handwerkskammer Schwerin hat in diesem Jahr erstmalig gemeinsam im Rahmen der MeLa mit der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern die „Straße des Handwerks“ auf einer Gesamtfläche von ca. 1.400 Quadratmetern organisiert. „Aussteller und Fläche wachsen. Das spricht für den hohen Zuspruch. Damit hat sich die Fläche, auf der sich das Handwerk präsentiert, nahezu verdoppelt. Das Handwerk hat in diesem Jahr erstmalig einen auch für die Zukunft festen Standort (Block H) zugewiesen bekommen. Dieser ist im Orientierungsplan in handwerksblau gekennzeichnet“, so Rudolph weiter.

Informationen zum Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.113 Lehrlinge. Sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen. In diesem Lehrjahr haben 1.572 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk begonnen.

Schwerin - 14.09.2019
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit