Bodendenkmal am Primelberg


Hinweistafel am Bodendenkmal am Primelberg wird enthüllt


Seit mehreren Jahren finden am „Primelberg“, einer unscheinbaren Erhebung in den Wiesen westlich des Dierkower Dammes hinter der ehemaligen Deponie, archäologische Untersuchungen statt. Diese Ausgrabungen führten zum Nachweis eines slawisch-wikingischen Seehandelsplatzes mit überregionaler Ausstrahlung. Im 9. Jahrhundert erlebte die Siedlung, de facto der Vorläufer der späteren Stadt Rostock, ihre Blütezeit. Der Marktort wurde von Händlern besucht, die importierte Waren aus Skandinavien, dem Schwarzmeergebiet und dem Fränkischen Reich anboten und einheimische Erzeugnisse aufkauften. Daneben stellten spezialisierte Handwerker direkt vor Ort verschiedenste Handelsgüter her. Verlandungsprozesse in der Warnowniederung führten dazu, dass der Platz von größeren Schiffen nicht mehr erreicht werden konnte und im 10.
Jahrhundert seine Bedeutung verlor.

Rostock - Primelberg

Blick auf die Niederung von Südostenk (Bildrechte: Berthold Brinkmann)


Das ausgesprochen große Interesse der Rostockerinnen und Rostocker an ihrer ältesten Geschichte wurde in den vergangenen Jahren bei sehr gut besuchten Führungen und Vorträgen mehr als deutlich. Auch die diesjährige Grabungskampagne im Spätsommer 2018 wird wieder ausreichend Gelegenheit zum Besuch des Primelberges bieten.

Um auch zufälligen Nutzern des Wanderweges zwischen dem Dierkower Damm und dem Warnowufer die besondere Bedeutung des Platzes für die Rostocker Geschichte vor Augen zu führen, soll deshalb dieses herausragende Bodendenkmal im Rahmen der Feierlichkeiten zum 800-jährigen Stadtjubiläum mit einer grafisch anschaulichen Informationstafel gewürdigt werden. Diese wird am kommenden Dienstag, 12. Juni 2018, um 12 Uhr im Beisein von Oberbürgermeister Roland Methling enthüllt. Vertreterinnen und Vertreter der ausgrabenden Institutionen und des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege werden kurz auf die Bedeutung des Platzes hinweisen.

Gäste sind bei der Einweihung herzlich willkommen. Parkplätze stehen jedoch nicht zur Verfügung.

Rostock - 05.06.2018
Quelle: Pressestelle Hanse- und Universitätsstadt Rostock