Obstwiese in Kassebohm


Die alten Obstbäume im Vicke–Schorler–Ring in Kassebohm brauchen sich mit dem Geschmack ihrer Früchte nicht zu verstecken, sind doch solche Berühmtheiten wie „Danziger Kantapfel“, „Dülmener Rosenapfel“ und „Jonathan“ dabei. Lange hatte sich niemand um die Obstbäume gekümmert. Dies soll sich nun ändern, informiert das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege.

Zuerst wird der Fremdbewuchs durch eine beauftragte Firma entfernt. Hierzu zählen Bäume, die sich auf der Obstwiese ausgesät haben wie Eichen, Eschen und Hainbuchen. Sie würden durch ihr Wachstum den Obstbäumen auf Dauer das notwendige Licht vorenthalten. Im nächsten Schritt werden alle Obstbäume im März und April einem fachmännischem Schnitt unterzogen. Dieser wird nach der „Oeschbergmethode“ durchgeführt und soll die Bäume vor dem Auseinanderbrechen sichern sowie vergreiste Zweige und Äste zum Neuaustrieb anregen. Dann können auch in den kommenden Jahren an Ort und Stelle wieder Äpfel und Birnen geerntet werden. Immer mehr Einwohnerinnen und Einwohner verkosten gern bei einem Spaziergang das Obst.

Diese ersten Schritte dienen der Erhaltung des bereits vorhandenen Bestandes. Es soll jedoch auch neu gepflanzt werden. Hierbei hofft das Amt für Stadtgrün auf die Mithilfe und das Interesse der Bevölkerung. Wollen die Rostockerinnen und Rostocker lieber Obstsorten, die frisch vom Baum gepflückt gleich verzehrt werden können wie zum Beispiel Hasenkopf, Gravensteiner oder Carola oder sollen auch Lagerobstsorten dabei sein wie beispielsweise Weißer Winterglockenapfel, Altländer Pfannkuchen oder Boskop? Denkbar sind natürlich auch Birnen, Kirschen, Pflaumen, Nussbäume oder Wildobst.

Die Pflanzungen sollen im Herbst 2018 durchgeführt werden und die Stadtgärtnerinnen und Stadtgärtner stellen sich dazu eine Aktion mit Kindern vor, die dadurch lernen, dass erst gepflanzt werden muss, bevor geerntet werden kann. Alle Ideen und Hinweise der Einwohnerinnen und Einwohner sind willkommen und können bei den Stadtgärtnern beim Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege, Tel. 0381 381-8500, eingereicht werden. Vielleicht finden sich ja sogar Patenschaften für die jungen Obstbäume.

Das Amt für Stadtgrün Rostock widmet sich in den kommenden Jahren verstärkt dem Thema „Essbare Stadt“, auch wenn das nicht an jedem Standort möglich ist. Aus diesem Grund wird es zu den diesjährigen Nordischen Baumtagen im Juni einen ganzen Tag mit Referaten und Exkursion zu diesem Thema geben. Die Stadtgärtnerinnen und Stadtgärtner hoffen sehr, dass die kleinen Obstwiesen im Stadtgebiet von den Rostockerinnen und Rostockern angenommen und mit Vorsicht behandelt werden.

Rostock - 15.02.2018
Quelle: Pressestelle Hanse- und Universitätsstadt Rostock