Schulleiterkonferenz Pflege


Schulleiterkonferenz Pflege diskutiert Änderungen der Ausbildungsstrukturen

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU): Wichtige Aufgabe, Sicherung einer guten Pflege flächendeckend zu gewährleisten – Ausbildung soll attraktiver werden

Die Umsetzung des Pflegeberufereformgesetzes stand im Mittelpunkt der Schulleiterkonferenz Pflegeberufe, die am Montag (11.06.) in Schwerin tagte. „Mecklenburg-Vorpommern ist von dem bundesweit beschriebenen demografischen Wandel besonders betroffen. Es ist es für uns eine wichtige Aufgabe, die Sicherung einer guten Pflege flächendeckend zu gewährleisten. Dafür brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte, die mit Engagement und Tatkraft ihren Beruf ausüben. Der erste Schritt ist eine Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 38 Pflegeschulen, von denen 22 die Erstausbildung anbieten. Die weiteren sind Schulen der Erwachsenenbildung; dort wird in aller Regel Altenpflege und Pflegehilfe im Rahmen einer Umschulung gelehrt

Bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte Pflegeausbildung

Derzeit gibt es die Pflegeausbildung in drei Fachrichtungen (Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege). Alle drei Berufsausbildungen werden innerhalb von drei Jahren absolviert, umfassen jeweils 2.100 Stunden theoretisch-praktischen Unterrichts und 2.500 Stunden praktische Ausbildung mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten. Künftig – ab 01.01.2020 - sollen die drei bislang getrennten Pflegeausbildungen zu einer sogenannten generalistischen Ausbildung mit dem Abschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ zusammengefasst werden. Kernelement ist, dass in den ersten beiden Ausbildungsjahren eine Ausbildung in der allgemeinen Pflege über alle Altersgruppen erfolgt. Im dritten Ausbildungsjahr besteht für die Auszubildenden die Möglichkeit, die generalistische Ausbildung fortzuführen oder sich in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bzw. Altenpflege zu spezialisieren. „Um eine bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte Pflegeausbildung umzusetzen, arbeiten wir in der Landesregierung unter Federführung des Wirtschaftsministeriums ressortübergreifend zusammen. Die wichtigsten Punkte sind eine Sicherstellung der Finanzierung der Pflegeausbildung, die Anpassung der beruflichen Ausbildung und die Einrichtung einer hochschulischen Ausbildung in der Pflege. In enger Zusammenarbeit mit den Schulleitern wollen wir dafür Sorge tragen, dass wir auch zukünftig ausreichend Fachkräfte zur Versorgung der Pflegebedürftigen im Land haben“, sagte Glawe.

Landesweites Konzept für Hochschulausbildung wird erarbeitet

Geplant ist auch der Ausbau einer hochschulischen Pflegeausbildung ab dem Jahr 2020. Gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald, der Universitätsmedizin Rostock und der Hochschule Neubrandenburg wird dafür ein landesweites Konzept entwickelt. Das Studium soll die Absolventen auf die künftig verstärkte Kooperation und das Arbeiten im multiprofessionellen Team vorbereiten.

Ausbildung wird für alle kostenlos

Alle Ausbildungswege in der Pflege sollen künftig für die Lernenden kostenlos werden (derzeit bezahlen Pflege-Auszubildende teilweise Schulgeld). Die Finanzierung erfolgt über einen sogenannten Ausgleichsfonds, der vom Land Mecklenburg-Vorpommern, den Krankenhäusern, ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie sozialen und privaten Kranken-/Pflegekassen eingerichtet wird. Die Umsetzung wird vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Bildungs-, Sozial- und Finanzministerium unter Einbeziehung der Fachverbände vorbereitet.

Informationen zu Pflegefachkräften und Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern

In 2015 waren in den Krankenhäusern sowie ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen insgesamt 16.723 Pflegefachkräfte (Gesundheits- und Krankenpflege: 9.969, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege: 1.253, Altenpflege: 5.501) tätig. Davon arbeiteten 9.531 Pflegefachkräfte in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie 7.192 Pflegefachkräfte in den Krankenhäusern Mecklenburg-Vorpommerns. Zum Ausbildungsstart im Oktober 2016 befanden sich insgesamt 2.436 Schüler in einer Pflegeausbildung (Gesundheits- und Krankenpflege: 1.569, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege: 84 und Altenpflege: 783).

Schwerin - 11.06.2018
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit