Schwerin trauert um Ehrenbürger


Schwerin trauert um Ehrenbürger William Wolff

Langjähriger Landesrabbiner im Alter von 93 Jahren in England verstorben

Schwerins Ehrenbürger William Wolff steckte an mit seinem Lebensmut und seinem Optimismus, mit seiner Herzlichkeit, seiner zutiefst humanen Ausstrahlung und seinem Lachen. In den Morgenstunden des 8. Juli 2020 ist er im Alter von 93 Jahren in England verstorben. „Schwerin trauert um einen liebenswerten, gütigen Menschen und eine große Persönlichkeit, die sich als Landesrabbiner insbesondere um den Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock verdient gemacht hat“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier.

William Wolff wurde am 13. Februar 1927 in Berlin als Wilhelm Wolff geboren. Im September 1933 emigrierten seine Eltern mit ihm und seinen zwei Geschwistern zunächst nach Amsterdam und im August 1939 nach London. Nach seinem Ökonomie-Studium arbeitete Wolff jahrzehntelang als Journalist bei britischen Tageszeitungen wie dem Daily Mirrow.

Erst mit 52 Jahren 1979 begann er eine fünfjährige Rabbiner-Ausbildung am Leo Baeck College in London und erhielt im Juli 1984 seine Ordination. Er arbeitete in verschiedenen Gemeinden in Großbritannien. Noch mit 75 Jahren nahm er das Angebot an, in Mecklenburg-Vorpommern als Religionslehrer für die beiden jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock zu arbeiten und wurde in das Amt des Landesrabbiners berufen. Für eine russischsprachige Gemeinde erlernte er sogar eine neue Sprache, um seine Predigten auch in Russisch halten zu können.

William Wolff setzte sich maßgeblich für den Wiederaufbau der Schweriner Synagoge ein. Sie wurde 2008 an jener Stelle wieder eingeweiht, wo die 1938 von den Nazis zerstörte Synagoge stand. 2014 erhielt er am 27. Januar die Ehrenbürger-Würde von Schwerin. Sein Vertrag als Landesrabbiner endete am 31. März 2015, doch behielt er den Ehrentitel Landesrabbiner.

Schwerin - 08.07.2020
Quelle: Pressestelle Landeshauptstadt Schwerin


Schwerin nimmt Abschied von Ehrenbürger William Wolff

Kondolenzbuch
ab Freitag im Rathaus / Trauerandacht der Jüdischen Gemeinde

Die Landeshauptstadt nimmt Abschied von ihrem Ehrenbürger William Wolff, der am 8. Juli im Alter von 93 Jahren in England verstorben ist und dort auch seine letzte Ruhe finden wird. Am morgigen Freitag wird um 14.30 Uhr im Foyer des altstädtischen Rathauses ein Kondolenzbuch ausgelegt. In das Buch können alle, die William Wolff kannten und verehrten, Freunde, Bekannte und Weggefährten Worte des Abschieds und der Anteilnahme schreiben. Als Erstes werden sich Oberbürgermeister Rico Badenschier und Stadtpräsident Sebastian Ehlers in das Buch eintragen. Das Kondolenzbuch der Landeshauptstadt liegt danach bis 19. Juli von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 18 Uhr im Rathausfoyer aus. Die Landeshauptstadt bittet die Trauernden bei der Eintragung in das Buch um Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln der Corona-Schutzverordnung. Ordnungskräfte werden vor Ort sein.

Zu einer Andacht unter freiem Himmel trifft sich am morgigen Freitag um 15 Uhr die Jüdische Gemeinde Schwerin auf dem Schlachtermarkt, um ihrem langjährigen Landesrabbiner die letzte Ehre zu erweisen. Die Andacht beginnt mit einer Gedenkminute. Worte an die Trauernden richten danach u.a. Schwerins Oberbürgermeister Rico Bandenschier, Valeriy Bunimov im Namen des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden, Dr. Armin Jäger als langjähriger Weggefährte und Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama als Vorsitzender der Allgemeinen Rabbinerkonferenz beim Zentralrat der Juden.

Die Trauerandacht findet unter den Regeln der aktuellen Corona-Schutzverordnung statt. Die Trauergäste müssen sich in Anwesenheitslisten eintragen und den Mindestanstand von 1,50 Metern einhalten.

Schwerin - 09.07.2020
Quelle: Pressestelle Landeshauptstadt Schwerin