Wirtschaftsminister auf Informationstour


Wirtschaftsminister auf Informationstour bei Unternehmen im Landkreis Ludwigslust-Parchim

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU): Beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung dank hohem Engagement, verantwortungsvollem Wirken und unternehmerischem Mut

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat sich am Montag bei vier Unternehmen im Landkreis Ludwigslust-Parchim über aktuelle Vorhaben informiert. Auf dem Tourplan der Betriebsbesichtigungstour standen die Ganzlin Beschichtungspulver GmbH sowie die drei Lübzer Unternehmen H. O. Schlüter GmbH, Saint-Gobain Isover G+H AG und die DAU Eisen-, Straßen- und Tiefbau GmbH. „In der Region zeigt sich eine beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung. Das ist dem hohen Engagement, dem verantwortungsvollen Wirken und dem unternehmerischen Mut der Firmenchefs und ihrer Mitarbeiter zu verdanken. Mit der Informationstour wollen wir beispielhaft auf die Innovationskraft und das technische Können der Unternehmen hinweisen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die Informationstour wurde von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg mbH organisiert.

Knapp 2.000 neue Arbeitsplätze seit 2011

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurden seit 2011 insgesamt 194 Vorhaben aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert. Bei Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 637 Millionen Euro wurden Zuschüsse vom Wirtschaftsministerium in Höhe von insgesamt rund 126 Millionen Euro bewilligt. Durch die Investitionsvorhaben konnten knapp 2.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und knapp 10.400 Arbeitsplätze gesichert werden. „Wir werden künftig weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten. Neuansiedlungen und Erweiterung von bestehenden Unternehmen haben wir klar im Fokus. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze, bestehende Jobs werden gesichert“, erläuterte Glawe weiter.

Beschichtungsspezialist seit 25 Jahren am Standort

Die Ganzlin Beschichtungspulver GmbH begeht in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen am Standort. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt nach eigenen Angaben mit 70 Mitarbeitern weltweit Beschichtungspulver. Die Beschichtung führt zur Verbesserung der Oberflächeneigenschaften wie beispielsweise einer höheren Korrosionsbeständigkeit. „Ob auf Kreuzfahrtschiffen, an Autoteilen und Fahrrädern sowie bei Operations-Ausstattungen – überall sind die Pulver des Ganzliner Unternehmens zu finden. Seit seiner Gründung ist es dem Unternehmen gelungen, sich als Beschichtungs-Spezialist zu profilieren“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Handwerksbetrieb mit hoher Innovationskraft

Die H. O. Schlüter GmbH ist in den Bereichen Metallbau und Kunststoffbau tätig und hat sich mit seinen 80 Mitarbeitern auf Fenster, Türen und Fassadenelemente spezialisiert. Zudem gibt es ein Geschäftsfeld zur intelligenten Kompletterfassung, Auswertung und Verbesserung von Energieströmen in Gebäuden. Das Unternehmen übernimmt für Architekten und Bauherren die Beratung in Bezug auf gesunde und energieoptimierte Gebäude, erstellt die Gebäudesimulationen anhand realer Wetterdaten, entwirft Energiekonzepte, realisiert die Elektro- und MSR-Planung sowie das Hydraulikschema. Für diese Entwicklung erhielt das Unternehmen im vergangenen Jahr den VR-Innovationspreis des Handwerks in der Kategorie „Prozessentwicklung“. „Das Unternehmen steht beispielhaft für die Innovationskraft zahlreicher Handwerksbetriebe im Land, die neue technische Lösungen entwickeln und zur Marktreife bringen“, sagte Glawe.

Aus Lübz in die Welt – Dämmspezialist exportiert in 43 Länder

Das Lübzer Unternehmen Saint-Gobain Isover G+H AG gehört zum französischen Konzern Saint-Gobain, der 1999 das ehemalige Mineralwollewerk in Lübz erwarb. Am Standort produzieren 90 Mitarbeiter nicht brennbare Glaswolle, Steinwolle und „Ultimate“ (Mineralwolle) für Wärme- und Kältedämmung sowie Schallschutz. Nach Unternehmensangaben werden in Lübz über 500 verschiedene Dämmstoffe produziert und in 43 Länder weltweit exportiert. Die Wolle wird in Form von Rollen, Platten, Rohrschalen und Zuschnitten an den Baustoffhandel, Baumärkte, den Technischen Handel, verschiedene Verarbeiter und die Industrie verkauft. „Aus Lübz heraus wird in viele Länder der Welt exportiert. So trägt das Unternehmen dazu bei, Qualitätsprodukte aus Mecklenburg-Vorpommern weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen“, sagte Glawe.

Perspektive für Schulabgänger – Bauunternehmen bildet stetig aus

Komplexe Großbaustellen, Tiefbauarbeiten sowie die Erschließung von Gewerbe- und Wohngebieten sind ein Teil des Produktportfolios der DAU Eisenbahn-, Straßen- und Tiefbau GmbH. Im Firmenverbund mit der DAU Brücken- und Verkehrswegebau, der DAU Rohrleitungsbau GmbH und der Lübzer Baukontor GmbH sind mehr als 100 Mitarbeiter dort beschäftigt, die Bauleistungen für private und öffentliche Auftraggeber liefern. „Neben regelmäßigen Schulungen der Mitarbeiter werden in den Bauunternehmen stets 15 junge Menschen ausgebildet, unter anderem zu Baugeräteführern, Industriekaufleuten und Industriemechanikern. So wird Schulabgängern eine Perspektive für eine berufliche Karriere in der Region geboten. Zugleich ist so sichergestellt, dass den Unternehmen qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen“, sagte Glawe.

Beispiele von Neuansiedlungen und Erweiterungen in der Region

Förderbeispiele für die Region sind unter anderem das europäische Logistikzentrum der DeLaval im Gewerbegebiet Valluhn-Gallin mit rund 230 Arbeitsplätzen. Die DeLaval als Teil des Tetra-Laval-Konzerns hat ihren Hauptsitz in Schweden und verfügt über 18 Produktionsstätten weltweit mit 4.500 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist Hersteller und Anbieter von technischen Lösungen zur Produktion von Milch und bietet Produkte, Systeme und Dienstleistungen unter anderem zur Melk- und Futtertechnik, Kühltanks, Klima- und Entmistungssysteme an. Die Investition in Valluhn-Gallin umfasst einen Hallenneubau mit 52.000 Quadratmetern umbauter Logistikfläche, die Betriebs- und Lagerausstattung, zwei Bürogebäude mit Mitarbeiter- und Sozialräumen inklusive Kantine und Fitnessraum.

Die Junge Fahrzeugbau GmbH erweitert ihre Betriebsstätte in Stralendorf (Landkreis Ludwigslust-Parchim) zur Steigerung ihrer Produktionskapazitäten. Das Unternehmen produziert standardisierte Aufbauten und Sonderaufbauten auf Motorwagen, Anhängern und Zentralachsanhängern. Dabei werden Transporter- und Lkw-Fahrgestelle in Nutzfahrzeugen umgerüstet, die speziell auf die zu befördernden Waren abgestimmt sind. Dazu gehören unter anderem Koffer-, Pritschen- und Schiebespannplanenaufbauten sowie Aufbauten für Kurier-Express-Dienste. Jetzt sollen Prozesse und Produkte im Betrieb weiter standardisiert werden. Die Junge Fahrzeugbau GmbH hat dafür mit einem Schwesterunternehmen – der C-TEC Engineering GmbH aus Blaustein (Baden-Württemberg) – einen modularen Querbaukasten entwickelt, um die Teilegleichheit zu erhöhen. So sollen die Fertigungstiefe und die Produktionsstückzahlen erhöht sowie der Materialeinkauf und die Transportkosten reduziert werden. Für die Umsetzung wird in den Standort Stralendorf investiert - unter anderem in den Neubau einer Produktionshalle sowie die Anschaffung von Maschinen und Anlagen.

Die Fenix Outdoor Logistics GmbH errichtet im Ludwigsluster Industriegebiet Stüdekoppel ein neues Logistik-Zentrum. Das Unternehmen gehört zur Schweizer Gesellschaft Fenix Outdoor International AG, stellt Outdoor-Produkte her und vermarktet diese. Von Ludwigslust aus soll nach Unternehmensangaben künftig das gesamte Versandgeschäft für die Fenix Holding abgewickelt werden. Dazu zählen unter anderem die Marken Fjällräven, Primus und Hanwag sowie die Einzelhändler Globetrotter Ausrüstung in Deutschland, Partioaitta in Finnland und Naturkompaniet in Schweden. Dafür entstehen im Industriegebiet eine neue, knapp 10.000 Quadratmeter große Logistikhalle sowie ein über zwei Etagen angrenzendes Bürogebäude. Weiterhin wird in den Maschinenpark investiert, unter anderem in eine automatisierte Taschensortieranlage, Anlagen für das Retourenlager sowie Gabelstapler. Im ersten Schritt entstehen am Standort mindestens 66 neue Arbeitsplätze.

Schwerin - 24.09.2018
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit