Deutliche Reduzierung der Nitratbelastung


Grüne fordern deutliche Reduzierung der Nitratbelastung im Grundwasser

Rügen besonders betroffen, GRÜNE Kreistagsfraktion reicht Anfrage an den Landrat ein

Suhr: „Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht die Zeche dafür zahlen, dass viele Felder überdüngt werden“

Die Grünen - Jürgen Suhr

(Foto: Privat)

Der BÜNDNISGRÜNE Kreisverband Vorpommern-Rügen hat darauf reagiert, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Bundesrepublik wegen zu hoher Nitratbelastungen verurteilt hat und auch vor allem auf Rügen viel zu hohe Nitratwerte gemessen werden. Dazu erklärt der Kreisvorsitzende Jürgen Suhr:

„Es ist völlig inakzeptabel, dass trotz immer wiederkehrender Mahnungen der Wasserverbände und der Nutzschutzverbände die viel zu hohen Nitratkonzentrationen in Bächen, Flüssen, Seen, in der Ostsee, aber auch im Grundwasser offensichtlich einfach hingenommen werden. Eine der Folgen ist, dass die Wasseraufbereitungsverfahren immer aufwendiger werden und Bürgerinnen und Bürger über die Wassergebühren die Zeche dafür zahlen, dass viele Felder überdüngt werden. Denn die Landwirtschaft ist der Hauptverursacher für die viel zu hohen Nitrateinträge.

Doch auch auf kommunaler Ebene ist unbedingt Handlungsbedarf gegeben. Alleine die Hansestadt Stralsund verpachtet knapp 5000 ha Ackerland, nimmt aber keinen Einfluss darauf, wie die Flächen bewirtschaftet werden. Mittelbar akzeptiert sie daher zu hohe Chemie- und Nitrateinträge in Boden und Grundwasser. Gleichzeitig werden die Wasser- und Abwassergebühren erhöht. Das passt einfach nicht zusammen.

Wir haben jetzt über unsere Kreistagsfraktion eine Anfrage an den Landrat gestellt, mit der sondiert werden soll, wie es um die Belastung des Grundwassers steht. Dabei wollen wir die konkreten Ergebnisse der vorhandenen Messstellen erfahren und wissen, warum lt. Stickstoffbericht der Bundesregierung gerade auf Rügen ein Schwerpunkt der Belastung liegt.“

Stralsund - 22.06.2018
Quelle: Bündnis90/Die Grünen, Kreisverband Vorpommern-Rügen