Frischer Fisch auf den Tisch


B90/Die Grünen wollen Kulturgut Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern für Zukunft sichern.

Auf dem Landesparteitag Bündnis90/Die Grünen am vergangenen Samstag in Güstrow wurde besonderer Augenmerk auf die Problematik der kleinen Küstenfischerei und der Freizeitangler in unserem Land gelegt.

Beide stellen ein Kulturgut und einen wichtigen Tourismusmagnet dar und tragen einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung im Land bei. Ohne einen wirksamen Schutz von einigen Fischarten werden Küstenfischer und Ostseeangler jedoch bald vom Urlaubsfoto verschwinden.

„ Frischer Fisch aus Wildfängen ist immer natürlich und ein wichtiges und gesundes einheimisches Lebensmittel, welches es zu bewahren gilt.“ -so der Sprecher der Rügener Grünen Sebastian van Schie auf dem Parteitag.

Während einige Arten sich wieder schnell auf eine Populationsmenge erholen können, die einen wirtschaftlichen Fang ermöglichen, ist der europäische Aal als Wanderfisch mit seiner sehr lange Reproduktionszeit akut vom Aussterben bedroht. Hier kann nur ein mehrjähriges europäisches Wildfangverbot und ein absolutes internationales offshore-Fangverbot für Glasaale den beliebtesten Speisefisch bewahren.

Maßnahmen wie das Scannen und Monitoring beim Fang, der Einsatz von neuen „intelligenten“ und treibstoffsparenden Netzen zum selektiven Fang, oder die Kontrolle der Einhaltungen von Fangmaßen, sind einige Möglichkeiten. Dafür müssen aber Land und Bund den Fischern auch die unerlässliche finanzielle Unterstützung in Form von Beihilfen zur Verfügung stellen.

Eine Direktvermarktung und die regionale Veredelung des angelandeten Fisches können die Wertschöpfungskette für die Küstenfischer erweitern und ihnen mehr Ertrag nach dem Fang sichern.

„Sinnvolle und jährlich angepasste Fangquoten - auch für die Freizeitangler - sind aber notwendig um auch noch unseren Kindern und Enkeln frischen einheimischen Fisch zu servieren.“ so Sebastian van Schie weiter: „Dafür wollen wir bei den Küstenfischern und Anglern werben und mit ihnen in einen konstruktiven Dialog treten, damit die Akzeptanz für jährlich angepasste Fangmengen zum dauerhaften Überleben einiger Arten weiter wächst.“

Eine öffentliche Diskussionsreihe mit Vertretern der Verbände der Küstenfischer und Angler sowie der Wissenschaft und allen Interessierten wird für das Frühjahr vorbereitet.

Stralsund - 01.03.2018
Quelle: Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Vorpommern-Rügen