Kaikante Hansakai muss ab sofort gesperrt werden


Kaikante Hansakai auf der nördlichen Hafeninsel muss ab sofort gesperrt werden


Im Zuge der vorbereitenden Untersuchungen für die Sanierung der nördlichen Hafeninsel werden gegenwärtig die Spundwände hinsichtlich ihres Zustandes durch Taucher untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der bauliche Zustand der Spundwandkonstruktion am Hansakai (Liegeplatz 6 zwischen Lotsenhaus und Ballastkiste/Gorch Fock) deutlich schlechter ist als erwartet. Die Standsicherheit der Spundwandkonstruktion ist nicht mehr gegeben.

Als Sofortmaßnahme musste deshalb die Kaikante großflächig mit einem Bauzaun abgesperrt werden, um ein Lasteneintrag an der Kaikante zu verhindern. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, die erforderliche Umgestaltung der nördlichen Hafeninsel einschließlich der Instandsetzung der Kaikanten so schnell wie möglich voranzubringen. Die endgültige Gestaltung der Sicherung der Kaikante bis zum Baubeginn wird noch geprüft.

Stralsund - 11.10.2018
Quelle: Pressestelle Hansestadt Stralsund


Sperrung Hansakai auf der Hafeninsel

Wie geht es weiter?

Die nördliche Hafeninsel wird zu einem lebendigen Anziehungspunkt mit besonderem Erlebnischarakter für Stralsunder, regionale und internationale Gäste, Sportboote, Segler und Traditionssegler weiter entwickelt. Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität sollen unter anderem die Oberflächen für Fußgänger und Fahrzeuge erneuert, der Kfz-Verkehr reduziert und die Flusskreuzfahrtschiffe zukünftig durch Starkstrom-Versorgungspoller umweltfreundlich mit Strom versorgt werden.

In Vorbereitung der geplanten Sanierung der nördlichen Hafeninsel (Dauer: ca. zwei Jahre) wurde die Untersuchung der Ufereinfassungen ab der sogenannten Steinklappe bis zur Querkanalbrücke beauftragt, um abzuklären, ob und in welchen Umfang neben der Sanierung der Verkehrsflächen auch eine Sanierung der Ufereinfassungen erforderlich ist. Die Taucheruntersuchungen laufen aktuell und sind Ende November abgeschlossen, die Auswertung liegt bis Ende dieses Jahres vor.

Bisher wurden am Liegeplatz 6 Korrosionsschäden an den wasserseitigen Stützen festgestellt, welche zur aktuellen Sperrung führten. An den Liegeplätzen 7 bis 9 wurden ebenfalls außergewöhnlich starke Korrosionsschäden festgestellt. Nach ersten Ergebnissen scheinen Lastadie (Kaikante ab Fährbrücke) und Steinklappe dagegen intakt zu sein. Die Ufereinfassung am Liegeplatz 6 weicht in der Bauweise von den anderen ab. Ausschließlich beim Liegeplatz 6 ragt die Fläche fünf Meter über die Spundwand hinaus. Der Überstand wird an der Uferkante durch eiserne Stützen getragen, bei denen jetzt die umfangreichen Korrosionsschäden festgestellt wurden. Versagen die Stützen schließlich ihren Dienst, könnte die ganze Uferkante plötzlich abbrechen.

Nach den vorliegenden Kenntnissen wurden die Spundwände im Jahr 1968 errichtet. Normalerweise ist eine Haltbarkeit von 50 Jahren problemlos gegeben. Erst jetzt hat sich gezeigt, dass der eingebaute Stahl von schlechter Qualität und damit stärker korrosionsanfällig ist.

Ob durch provisorische Maßnahmen, wie eine punktuelle Reparatur, die Sperrung des Hansakai vorzeitig aufgehoben werden kann, lässt sich aktuell noch nicht entscheiden. Ebenso wenig können bereits jetzt Aussagen zu den Sanierungskosten getroffen werden.

Zunächst wurde die Kaikante durch einen Bauzaun abgesperrt, weil sofortiges Handeln geboten war. Sollte der Bereich längerfristig abgesperrt bleiben müssen, wird die Stadt prüfen, wie die Absperrung übergangsweise gestaltet werden kann. Die Dauer der Absperrung steht noch nicht fest. Zunächst müssen die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung vorliegen. Dann wird geprüft, ob mit provisorischen Maßnahmen die Standsicherheit wieder hergestellt werden kann oder ob eine komplette Erneuerung der Kaianlage erforderlich ist.
Dann muss geplant und die Finanzierung geklärt werden, bevor Bauleistungen beauftragt werden können.

Während der Sanierung der nördlichen Hafeninsel bleiben die Anlieger zumindest zu Fuß erreichbar. Das betrifft die Gorch Fock I, aber auch Gebäude wie Goldener Anker und Werkstatt. Sollten die Untersuchungen ergeben, dass die Spundwand am Liegeplatz der Gorch Fock I zu erneuern ist, müsste die Bark auf einen anderen Liegeplatz verholt werden.

Konkrete Aussagen zum Umfang erforderlicher Sperrungen auf der Hafeninsel sind Anfang 2019 nach dem Vorliegen des Abschlussberichtes möglich. Auch ohne Sanierung der Ufereinfassung werden für die Erneuerung der Oberflächen einschließlich der Erneuerung der Ver- und Entsorgungsleitungen aufgrund der Größe der Fläche mindestens zwei Jahre benötigt.

Stralsund - 17.10.2018
Quelle: Pressestelle Hansestadt Stralsund