Fortbestand des Volkskundemuseum Schönberg


Beratung zum Fortbestand des Volkskundemuseum Schönberg am 27. April 2022 - Rückblick und Zukunft

Was macht man, wenn man anstehende Probleme lösen will? Man erinnert sich gemeinsamer Erfolge und baut darauf auf! So auch beim Treffen zwischen Vorstandsvertretern des Trägervereins für das Volkskundemuseum, dem Bürgermeister der Stadt Schönberg Herrn Korn und Vertretern des Landkreises am 27.04.2022. Der Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg von 1901 e.V. war durch das Vorstandsmitglied Frank Lenschow und dem Geschäftsführer des Trägervereins für das Volkskundemuseum Olaf Both vertreten. Der Landkreis mit Herrn Ingo Funk als zuständigen Kulturdezernenten, der Fachdienstleiterin Bildung und Kultur Frau Anica Hadler-Tonn und dem Fachgebietsleiter Kultur Herrn Klaus-J. Ramisch.

Zurückgeblickt wurde auf eine Festveranstaltung anlässlich der Anerkennung des Brauchtums des MARTENSMANNES als Immaterielles Kulturerbe (IKE) am 5. November 2021 im Bechelsdorfer Schulzenhaus in Schönberg. Eine gelungene Veranstaltung in Zusammenarbeit von Heimatbund, Stadt Schönberg und dem Landkreis. Die übergebene Plakette wird demnächst im Stadtbild von Schönberg auftauchen.

Schönberg - Volkskundemuseum

(Foto: LK NWM)


Schon auf der Autobahn wird die Erwartungshaltung geweckt. Ein großes Schild mit weißer Schrift auf braunem Grund und dem Hinweis „Museen und Musik“ soll Gäste in die traditionsreiche Stadt locken. Schönberg ein Kulturort! Das sollte nach dem Willen aller Anwesenden bei der Beratung auch so bleiben. Darüber, welche Bedeutung das Volkskundemuseum für die wechselhafte Geschichte der einst zum Fürstentum Mecklenburg-Strelitz gehörenden Region hat, waren sich alle Beteiligten einig. Dennoch müssen Lösungen für die finanzielle Situation gefunden werden. Diese stellt sich aktuell und kurz dargestellt so dar, dass der Verein in finanziellen Schwierigkeiten steckt, weil eine zeitlich begrenzte Sonderhilfe der Stadt Schönberg in der Höhe von 15.000 Euro jährlich, zusätzlich zur institutionellen Förderung von 45.000 Euro ausgelaufen ist. Inklusive aller Nebenkosten unterstützt die Stadt ihr Museum mit 108.000 Euro.

Der Trägerverein stellte eine finanzielle Unterdeckung in der Höhe von rund 27.000 Euro fest und wünscht eine Dynamisierung des städtischen Zuschusses, der ca. 40% des Jahresbudgets des Museums darstellt, um 15.000 Euro. Die Stadtvertretung hat dazu beraten und den Beschluss gefasst, dass eine Erhöhung der jährlichen Trägerschaftssumme auf Dauer nicht zu finanzieren ist. Gleichzeitig machte sie den Vorschlag einer Zusammenarbeit unter einem Dach. Demnach wäre eine noch einzurichtende Stadtinformation im Museumsgebäude eine gute Möglichkeit der Kosteneinsparung durch Synergie-Effekte. Diese Idee ist allerdings nicht neu. Bereits

2010 wurde dies im Nutzungskonzept des Gebäudes beschlossen. Andernorts gibt es dafür schon heute erfolgreiche Vorbilder wie das Uwe Johnson Haus in Klütz, sowie die Kloster- und Stadtinformation in Rehna.

Für den Landkreis und die Stadt, hat die Suche nach gemeinsamen Lösungen oberste Priorität. Bisher konnte der Trägerverein für das Museum, u. a. durch städtische finanzielle Zuwendungen, Landes- und Kreisförderung, durch die Unterstützung vorrangig örtlicher Firmen und vieler privater Spenden sowie gemeinnütziger Arbeit der Vereinsmitglieder die Kostenstruktur halten. Dies erscheint angesichts der allgemeinen Kostensteigerung nicht mehr möglich.

Wismar - 18.05.2022
Quelle: Pressestelle Landkreis Nordwestmecklenburg