Historische Vase mit romantischer Szene


Historische Vase mit romantischer Szene neu im Standesamt

Im Februar wird auch in Wismar am Valentinstag die Liebe gefeiert. In diesem Jahr war aufgrund des besonderen Datums (02.02.2022) der Andrang für Hochzeitspaare im Standesamt besonders hoch.

Wismar - Standesamt

Vase mit romantischer Szene aus der Sammlung des Schabbells, Porzellan, nach 1914 (Foto: Diplom-Restaurator Jens Wyssusek)

Nach der kürzlich erfolgten Renovierung des Trausaales wird nun ein besonderes Objekt aus der kulturhistorischen Sammlung des Stadtgeschichtlichen Museums der Hansestadt Wismar hier präsentiert: Es ist eine große Deckelvase mit einer romantischen Liebesszene. Die dreiteilige klassizistische Vase in der Form einer römischen Amphore aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin zeigt farbige Malereien. Auf der Vorderseite ist eine sogenannte „Galante Schäferszene“, wie sie im 18. Jahrhundert insbesondere von dem französischen Maler Francois Boucher (1703-1770) gemalt wurde, dargestellt.

Liebespaare, die sich in der Natur treffen, waren auch im 19. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert beliebt. Die Figuren zeigen ein zugewandtes Paar, das einander an den Händen berührt. Auch auf dem Wismarer Stück ist das abgebildete galante Paar in Anlehnung an das 18. Jahrhundert gekleidet. Es steht in der Natur, das zarte Grün an einem Baum weist auf die Jahreszeit hin. Der Eindruck, dass hier der Frühling dargestellt ist, wird durch die Bemalung auf der Rückseite des in den Pastelltönen rosa und zartgrün gehaltenen Corpus verdeutlicht. Dort ist ein Blumenstrauß mit Narzisse, Tulpe, Primel und Vergissmeinnicht abgebildet.

Um die Vase wieder zu ihrer eigentlichen Ausstrahlung zurück zu führen, hat der Dipl. Restaurator Jens Wyssusek sie grundlegend gereinigt und von festem Schmutz befreit. Insbesondere bei den Malereien musste dabei sehr vorsichtig vorgegangen werden. Auch die Stand- und Deckelflächen wurden gesäubert. Dadurch wurden wieder alle Herstellermarken im Innern des Fußes deutlich sichtbar: Das Zepter der Manufaktur KPM, das Malerzeichen und die Markierung mit dem Eisernen Kreuz, die das Stück als Kriegsware kennzeichnet. Sie gibt einen Hinweis auf die zeitliche Einordnung der Entstehung – nämlich 1914-1918. Um die Standfestigkeit wieder herzustellen wurde die Montierung zwischen dem Fuß und dem Corpus vollständig auseinander genommen. Dafür mussten die Montierungen aus verschiedenen Metallen von Korrosionen befreit und anschließend konserviert werden.
Nun können sich die Brautpaare und ihre Gäste an diesem schönen Wismarer Objekt während der Trauzeremonie erfreuen.

Wismar - 09.02.2022
Quelle: Pressestelle Hansestadt Stralsund