Krisenstab Ukraine hat die Arbeit aufgenommen


Hilfsangebote werden gesichtet

Am Mittwoch nahm der achtköpfige „Krisenstab Ukraine“ des Landkreises seine Arbeit auf. Seine Hauptaufgabe sind das Sammeln aller relevanten Informationen und die Koordinierung von Aufnahme und Unterbringung der aus der Ukraine Geflüchteten. Unter anderem werden im Stab auch die vielen Angebote von Wohnraum und ehrenamtlicher Hilfe gesichtet und sortiert. Bei einzelnen Anbietern von Hilfe hat sich der Stab bereits gemeldet – die Rückmeldungen werden in den kommenden zwei Wochen zunehmen, sobald sich die Lage weiterentwickelt hat.

Die aktuelle Lage (Donnerstag, 10.3.)

Aktuell verfügt der Landkreis über knapp 150 Plätze für die zentrale Erstunterbringung. Dafür werden zwei derzeit ungenutzte Hotelbetriebe im Raum Wismar genutzt. Mit weiteren Einrichtungen befindet sich der Landkreis im Gespräch, um die Kapazität für Erstaufnahmen weiter zu erhöhen.

Die eingerichteten Notunterkünfte in Sporthallen mussten bislang nicht genutzt werden. Dennoch werden die Kräfte der Abteilung Bevölkerungsschutz des Landkreises auch diese Kapazität weiter erhöhen. Auf Wunsch des Landes sollen die Notunterkünfte nun für bis zu 800 statt 500 Personen vorgehalten werden, um größere Mengen an Geflüchteten kurzfristig eine Unterkunft für bis zu 48 Stunden zu bieten.

Die aktuelle Erstaufnahme-Kapazität von knapp 150 Plätzen ist derzeit zu etwa 2/3 belegt. Bislang 79 Familien sind im Fachdienst Soziales im Landkreis als Geflüchtete registriert und haben somit Aussicht auf finanzielle Unterstützung. Nach Schätzungen der Kreisverwaltung halten sich ca. 150 weitere Geflüchtete im Landkreis auf, die bei Bekannten oder Ehrenamtlichen untergebracht sind, sich aber noch nicht angemeldet haben.

Der Krisenstab arbeitet an einer Erweiterung der Informationsseite des Landkreises unter https://www.nordwestmecklenburg.de/de/ukraine.html dort werden in den kommenden Tagen weitere Informationen eingestellt. Außerdem befindet sich eine Webseite mit Informationen in ukrainischer Sprache im Aufbau.

Anmietung von Wohnraum beginnt

Die Kreisverwaltung hat zunächst Gespräche mit den größeren Anbietern von Wohnraum im Landkreis Kontakt aufgenommen, darunter die WoBau in Wismar und andere Wohnungsgesellschaften z.B. in Grevesmühlen. Die ersten Wohnungen sollen kurzfristig angemietet werden. Nach deren Begehung durch den zuständigen Fachdienst könnten die ersten Umzüge aus der zentralen Unterbringung in Wohnungen in dieser Woche bereits erfolgen. Nach Abstimmung mit dem Land MV sollen zunächst Wohnraumkapazitäten für 500 Personen angemietet werden. Diese Zahl wird sich voraussichtlich noch erhöhen.

Sobald eine stabile Basis an verfügbarem Wohnraum geschaffen ist, wird der Krisenstab an die zahlreichen Anbieter einzelner Wohnungen und Wohngelegenheiten herantreten, die sich über das Formular auf https://www.nordwestmecklenburg.de/de/ukraine.html gemeldet und ihre Angebote an ukrainehilfe@nordwestmecklenburg.de eingesendet haben.

„Wir haben auch viele Angebote von Menschen, die einzelne Geflüchtete direkt im eigenen Haushalt aufnehmen wollen. Das ist ein sehr lobenswertes und menschliches Angebot.“, so Eike Albrecht, Leiter im Fachdienst Soziales des Landkreises: „Ich bitte aber um Verständnis, dass wir aktuell vor allem die Anmietung ganzer Wohnungen im Fokus haben, was der reguläre Weg für eine Unterbringung ist. Das heißt nicht, dass andere Unterbringungsangebote ignoriert werden. Sie kommen vielleicht später zum Tragen.“

Aufruf: Ehrenamtliche können Geflüchtete bei der Registrierung unterstützen.

Ein wichtiger Punkt ist die Registrierung von Geflüchteten. Nicht nur um einen Überblick zu behalten, sondern auch für Themen wie die Beziehung staatlicher Unterstützungsleistungen oder die medizinische Versorgung. Wir bitten Menschen, die ehrenamtlich Geflüchtete aufgenommen und untergebracht haben, diese bei der Registrierung als Geflüchtete zu unterstützen.

Achtung: entgegen anderslautender Gerüchte bedeutet eine Registrierung nicht, dass diese Menschen dann zwangsweise in eine andere Bleibe umziehen müssen. Sollte es sich um Unterbringung in Wohnungen handeln, kann im Einzelfall ermittelt werden, ob eine Mietkostenübernehme für diese Wohnung möglich ist. Das wichtigste dafür ist, dass es sich um marktübliche Mietpreise handelt. Sollten Helfer auf eigene Initiative Wohnungen für Geflüchtete anmieten wollen, sollten sie sich dringend vor der Anmietung mit der Kreisverwaltung abstimmen, um eine Kostenübernahme zu gewährleisten.

Die Geflüchteten-Registrierung erfolgt über vor Ort-Termine bei der Ausländerbehörde in der Rostocker Straße 76 in Wismar. Dort bitten wir nach Möglichkeit nicht unangemeldet zu erscheinen, da die Registrierung etwas Zeit in Anspruch nimmt. Ehramtliche Gastgeber können die bei sich aufgenommen Menschen unterstützen, indem sie für sie einen Termin vereinbaren und den Transport zum Termin organisieren.

Kontaktdaten für die Terminvergabe
Telefon: 03841 3040 3230
Email: abh@nordwestmecklenburg.de

Angegeben werden sollte dabei von den zu registrierenden Personen:

· Name
· Geburtsdatum
· Wenn möglich die Passnummer

Hilfe vor Ort am Wichtigsten. Ehrenamtliche Netzwerke willkommen

„Wir erleben aktuell eine sehr große Welle der Hilfsbereitschaft – das ist sehr erfreulich. Ich hoffe, dass diese anhält, denn die meiste Hilfe wird vielfach dann gebraucht, wenn in den kommenden Wochen zunehmend mehr ukrainische Personen und Familien überall im Landkreis Wohnungen beziehen. Dann sind die Netzwerke vor Ort gefragt, um diese Menschen auch langfristig zu betreuen und unterstützen.“, so Landrat Tino Schomann: „Wir können die Menschen im ersten Schritt nur aufnehmen und unterbringen. Willkommen heißen muss sie die Gesellschaft vor Ort.“

Es ist sehr willkommen, wenn in den Gemeinden ehramtlich tätige ihre Netzwerke nutzen, um Hilfsangebote zu bündeln. Der Landkreis freut sich über Meldungen aus den Städten Gemeinden und Amtsbereichen von Menschen, die sich als zentrale Ansprechpartner bereit stellen, um ehrenamtliche Hilfe vor Ort zu koordinieren. Diese Koordinatoren melden am besten per Email an ukrainehilfe@nordwestmecklenburg.de mit den folgenden Informationen:

· Name und Kontaktdaten (mit Mobilnummer)
· In welcher Gemeinde bzw. Amtsbereich Sie Hilfe organisieren
· Wie viele ehrenamtliche Helfer sie koordinieren
· Welche Hilfe Sie anbieten (Betreuung vor Ort, Sprachmittler in Ukrainisch/Russisch, Einkaufshilfen, Sachspenden, Hilfe bei der Einrichtung von Wohnungen, etc.)

Wismar - 10.03.2022
Quelle: Pressestelle Landkreis Nordwestmecklenburg