Mitteilungen des Bürgermeisters


Mitteilungen des Bürgermeisters für die Bürgerschaftssitzung am 19.05.2022

Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, vom 6. bis zum 10. Mai war ich mit einer kleinen Delegation aus Wismar in unserer albanischen Partnerstadt Pogradec. Anlass war zum einen das 30jährige Jubiläum der Albanienhilfe des Christlichen Hilfsvereins Wismar sowie das 10jährige Jubiläum der von CHW gegründeten Diakonia Albania. Zum anderen ging es darum, die Gespräche mit der Partnerstadt, die seit 2019 einen neuen Bürgermeister hat, über Kooperationsprojekte fortzusetzen. In diesen von vielen Gesprächen und Begegnungen gespickten Tagen ist zum einen deutlich geworden, wie sehr der Christliche Hilfsverein und Diakonia Albania behilflich waren und sind, soziale und Bildungseinrichtungen aufzubauen und wie sehr diese motivierende Art der Aufbauarbeit akzeptiert ist. Dies ist Hilfe zur Selbsthilfe im besten Sinne. Zum anderen war sichtbar, dass sich das Land in einem Aufholprozess befindet, der unser aller Respekt verdient. Das gilt für Albanien allgemein und für Pogradec im Speziellen.

Die Stadt Pogradec ist daran interessiert, den Tourismus weiter auszubauen. Sie hat dafür, wegen der Lage am Ohridsee, auch gute Chancen und würde diesbezüglich mit uns gern in einen engeren Austausch eintreten. Wir haben darüber gesprochen, dass Mitarbeiter aus Wismar in Pogradec und umgekehrt für eine jeweils befristete Zeit mitarbeiten könnten, um Zusammen- arbeitspotentiale besser auszuloten. Gleiches könnte für Auszubildende umgesetzt werden. Auch über mögliche gemeinsame Projekte, die bei der Europäischen Union zu beantragen wären, haben wir gesprochen. Hier könnten uns unsere bereits gesammelten Erfahrungen mit solchen Projekten zugutekommen. Auch hinsichtlich der Begegnungen von Jugendlichen aus beiden Städten besteht großes Interesse. Hier ist verabredet worden, dass wir Kontakte zwischen unseren jeweiligen Jugendverbänden herstellen und diese Kontakte auch jeweils begleiten.

Die Bibliothek in Pogradec hat den Wunsch nach deutscher Literatur ausgesprochen, den wir gern mit Hilfe unserer Bibliothek, natürlich so, wie wir es leisten können, erfüllen werden. Außerdem haben wir einen Künstler aus Pogradec zu einer Ausstellung nach Wismar eingeladen. Auch kulturell ließe sich die Partnerschaft also mit Leben füllen.

Ich meine, dass wir deutlich gemacht haben, eine Partnerschaft auf Augenhöhe pflegen zu wollen. Dies ist von unseren Gastgebern gern angenommen worden. Soweit ein kleiner Ausschnitt von unserer Reise in die Partnerstadt Pogradec.

Meine Damen und Herren, zum Thema Flüchtlinge allgemein sowie Flüchtlinge aus der Ukraine habe ich in der letzten Bürgerschaftssitzung, die ja nun nicht allzu lange her ist, länger ausgeführt. Deswegen werde ich mich heute etwas beschränken. Gleichwohl ist darauf aufmerksam zu machen, dass nach wie vor Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern auch in den Landkreis Nordwestmecklenburg, und damit nach Wismar, kommen. Das gilt auch und gerade für Geflüchtete aus der Ukraine. Dieser Prozess läuft weiter. Hauptamtliche und ehrenamtliche Kräfte leisten nach wie vor Immenses, ihnen allen ist weiterhin wirklich sehr zu danken.

Bezüglich der Aufnahme von Kindern aus der Ukraine in die Schulen unserer Trägerschaft sei folgendes im Vergleich zur letzten Sitzung aktualisiert:

in Grundschulen: 101 Kinder
Hanse-Grundschule 72
Grundschule am Friedenshof 12
Tarnow-Grundschule 11
Seeblick-Grundschule 1
Fritz-Reuter-Grundschule 5
in weiterführenden Schulen: 80 Kinder
Bertolt-Brecht-Schule 41
Ostsee-Schule 39

Die Beschulung der Kinder von Geflüchteten sowohl aus der Ukraine wie auch aus anderen Ländern – hier sei angemerkt, dass derzeit auch ehemalige Ortskräfte aus Afghanistan zu uns kommen – stellt eine Herausforderung dar, der sich bitte Schulen aller Trägerschaften zu stellen haben. Öffentliche und private, Schulen in Wismar, Schulen des Landkreises und auch Schulen der Gemeinden im gesamten Landkreis. Gleiches gilt für die Herausforderung, Geflüchtete aus allen Ländern aufzunehmen, mit Wohnraum und Unterkünften zu versorgen und sie zu betreuen. Auch hier sind alle gefragt, kleine wie große Gemeinden, hauptamtliche und ehrenamtliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, egal wo. Auch hier muss erwartet werden, dass der Landkreis von allen unterstützt wird und sich alle Gemeinden dieser Herausforderung stellen. So viel zu diesem Thema.

Ein sehr schönes Ereignis, meine sehr verehrten Damen und Herren, konnten wir in der vergangenen Woche begehen, nämlich die Erweiterung des Tierparks um einen mecklenburgischen Bauernhof, der nunmehr öffentlich zur Nutzung übergeben werden konnte. Es handelt sich um die größte Investition, die der Tierpark jemals realisiert hat. 1,5 Mio. Euro wurden ausgegeben. Davon übernahm das Land eine Förderung in Höhe von 80 Prozent. Die dafür notwendigen zusätzlichen Flächen wurden seitens der Hansestadt Wismar zur Verfügung gestellt. Nur so konnte die Erweiterung auch umgesetzt werden.

Der Tierpark hatte im Jahr 2021 170.000 Besucherinnen und Besucher, dies sei an dieser Stelle gesagt. Er spricht sowohl die Wismarerinnen und Wismarer sowie die Bevölkerung in der Region wie auch unsere Gäste und Touristen an. Mit der Erweiterung ist die Einrichtung noch attraktiver geworden.

Veranstalter haben es derzeit nicht leicht, meine sehr verehrten Damen und Herren. Dies hat auch der Veranstalter der Hanseschau zu spüren bekommen. Es wurde ein neues Konzept umgesetzt, das allgemein auch Anklang fand, auch von unserer Seite. Mit 10.000 Besucherinnen und Besuchern kamen allerdings deutlich weniger als noch vor der Pandemie. Dennoch, das soll hier ebenfalls in aller Deutlichkeit gesagt werden, war es ein Erfolg, dass die Hanseschau erneut stattfinden konnte und das insbesondere das veranstaltende Unternehmen die pandemische Situation überstanden hat. Dies ist aller Ehren wert und selbstverständlich soll die Hanseschau auch in den nächsten Jahren wieder ausgerichtet werden.

Und da bin ich dann schon bei den Veranstaltungen, die in den nächsten Wochen stattfinden werden. Gerade unter dem Aspekt des Vorgenannten, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn auch Sie, zumindest einen Teil dieser Veranstaltungen, besuchen würden bzw. die Informationen über die Veranstaltungen gern an einen größeren Kreis weitergeben würden. Die Veranstalterinnen und Veranstalter werden sich sicher sehr freuen.

Bezüglich der Ausstellungen verweise ich zum einen auf die Ausstellung in der Galerie Hamann „Exposing Structures“, die noch bis zum 04. Juni zu sehen sein wird.

Ebenfalls möchte ich aufmerksam machen, auf die Sonderausstellung „TOP SECRET – Streng Geheim“ im phanTECHNIKUM. Eine Ausstellung über Detektive, Geheimagenten und ihre Arbeit.

In der kleinen Galerie Hinter dem Rathaus ist noch bis zum 28.05. die Gemeinschaftsausstellung der Wismarer Künstlerinnen und Künstler und Gäste „Irritationen“ zu sehen. Am 01.06. wird dann die Ausstellung von Manfred Scheithauer – Malerei und Grafik – eröffnet. Ein besonderes Veranstaltungsformat können Sie noch in dieser Woche erleben, nämlich am 20. Mai, es ist der „Tag der Nachbarn“, der überall in Deutschland begangen wird. Sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Vereine, Institutionen und Kirchengemeinden machen mit und bieten Begegnung und kleine Feste an. Detailliertere Informationen erfahren Sie aus den entsprechenden Veröffentlichungen.

Auch auf einige Filmangebote möchte ich hinweisen. Beispielsweise im Marienkino. Dort ist am 25. Mai, um 19.00 Uhr „Der Rosengarten von Madame Vernet“ zu sehen. Und ebenfalls im Marienkino, am 29. Juni, um 19.00 Uhr „Rosas Hochzeit“.

Außerdem sind Sie herzlich eingeladen, in der St. Georgen Kirche unter dem Motto „100 Jahre Nosferatu - Kirchenkino mit Livemusik“, den zu großen Teilen in der Hansestadt Wismar gedrehten Film „Nosferatu“ zu sehen, der mit Livemusik begleitet wird, nämlich durch Orgel, E-Bass und Schlagwerk. Dies können Sie beispielsweise am 10. Juni, um 21.00 Uhr erleben, die weiteren Aufführungsdaten entnehmen Sie bitte der Veranstaltungsübersicht.

Am 01.06. findet erstmals wieder nach einer zweijährigen Abstinenz ein Kinderfest im Bürgerpark satt. Ein buntes Programm aus verschiedenen Aktionen und einem Bühnenprogramm wird zwischen 14.00 und 18.00 Uhr dort zu erleben und sehen sein.

Natürlich lädt auch unser Theater zu verschiedenen Vorstellungen ein. Insbesondere möchte ich auf die Prämiere von JAUXi! Entertainment hinweisen, die am 01. Juni, um 18.00 Uhr in unserem Theater stattfindet. Es wird aufgeführt das Musical „The Prom“. Natürlich gibt es dann im Nachgang weitere Vorstellungen, die Sie unschwer der Veranstaltungsübersicht ebenfalls entnehmen können.

Am 2. Juni ist die Fritz-Reuter-Bühne Schwerin mit dem Stück „De Nervbüdel“ in unserem Theater zu Gast. 02. Juni, um 19.00 Uhr.

Und die Theatergruppe der Kreismusikschule „Carl Orff“ Nordwestmecklenburg führt am 18. Juni sowie am 19. Juni, jeweils um 16.00 Uhr „Das Gespenst von Canterville“ auf.

Das nächste NDR Konzert in der St. Georgen Kirche findet am 29. Mai, um 16.00 Uhr statt. Es musiziert das Bläseroktett der NDR Elbphilharmonie.

Musik aus der Hansezeit erklingt am 05. Juni, um 18.00 Uhr in der Heiligen Geist Kirche. Dort wird dann das Europäische Hanse-Ensemble zu Gast sein. Die Gesangssolistinnen und Solisten sind allesamt Nachwuchstalente aus ganz Europa und spielen Instrumente, wie sie in der Zeit um 1600 gebräuchlich waren. Das Ensemble ist künstlerisch am Europäischen Hansemuseum in Lübeck angesiedelt, Schirmherr ist Bürgermeister Jan Lindenau.

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern führen am 26. Juni, um 16.00 Uhr in der St. Georgen Kirche die „Carmina Burana“ auf.

Auf ein weiteres neues Veranstaltungsformat möchte ich aufmerksam machen. Dieses findet im SchABBELL, in unserem Stadtgeschichtlichen Museum, statt, unter dem Titel „Tell me your story – Geschichten im Garten“. Es geht darum, miteinander statt übereinander zu reden. Am 02. Juni, um 17.00 Uhr wird zur nächsten Veranstaltung in dieser Reihe eingeladen.
„Ich lebe als trans* Person“ ist das Thema dieser Veranstaltung.

Sie wissen, meine Damen und Herren, dass wir in diesem Jahr 20 Jahre Welterbe gemeinsam für Wismar und Stralsund begehen. Die zentrale deutschlandweite Eröffnungsveranstaltung zum Welterbetag findet am 04. und 05. Juni auf dem Marktplatz in Wismar statt. Hier stellen sich die Welterbestätten aus Deutschland vor.

Aufmerksam machen darf ich Sie auch auf das Hafenfest, das wir vom 09.06. bis zum 13.06. feiern werden.

Die Fußballherren des FC Anker Wismar treten am 28.05., um 14.00 Uhr im Kurt-Bürger-Stadion gegen den Güstrower SC an.

Sie haben es möglicherweise heute gelesen, gleichwohl sei hier auch darauf noch einmal hingewiesen, die Hansestadt Wismar darf Gastgeberin für die Kubb-Europameisterschaft - EUROPEAN KUBB-CHAMPIONSHIPS 2022, wie es richtig heißt – sein. Kubbsportlerinnen und -sportler aus 14 Ländern werden sich daran beteiligen und hier die Tage in Wismar, manche durchaus auch eine längere Zeit, verbringen. Die feierliche Eröffnung wird am Tag der nächsten Bürgerschaftssitzung, am 30.06., am Abend sein. Deswegen erwähne ich es auch heute bereits. Die Spiele finden dann am 01. und am 02. Julei im Bürgerpark statt, Publikum ist dazu herzlich willkommen.

Vielen Dank!

Wismar - 20.05.2022
Quelle: Pressestelle Hansestadt Wismar