Vertrauen in deutsch-russische Beziehungen


Minister setzt Zeichen für Vertrauen in deutsch-russische Beziehungen

Anlässlich des 20-jährigen Betriebsjubiläums der Ilim Nordic Timber GmbH & Co. KG in Wismar hat der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, am Samstag die Deeskalation der Beziehungen zu Russland als vordringliche Aufgabe bezeichnet. Die russische Ilim Timber Gruppe mit Sitz in St. Petersburg hatte 2010 das damals zum österreichischen Klausner Konzern gehörende Werk übernommen und hat einen großen Anteil daran, dass im Industrie- und Gewerbegebiet Haffeld eines der größten und modernsten Holzverarbeitungszentren Europas entstanden ist. „Durch erfolgreiche wirtschaftliche Partnerschaften wie diese können wir den politischen Konflikten etwas entgegensetzen“, sagte Dr. Backhaus.

Das Juni 1998 in Betrieb gegangene Werk der Ilim Nordic Timber in Wismar produziert jährlich rund 2,65 Mio. Kubikmeter Schnitt- und etwa 220.000 Kubikmeter Sperrholz. Dafür werden rund 2,2 Mio. Festmeter Rundholz geschnitten und rund 0,8 Mio. Kubikmeter gehobelt. Das Kiefern- und Fichtenholz bezieht das Werk über den Seehafen Wismar hauptsächlich aus Skandinavien, Russland und den baltischen Staaten. Schätzungsweise 250.000 bis 300.000 Festmeter Nadelholz jährlich stammen aus Mecklenburg-Vorpommern, 140.000 Festmeter davon aus dem Landesforst. Die Säge- und Hobelspäne werden an Ort und Stelle weiterverarbeitet. Das so entstandene Holzcluster beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiter und ist somit der größte Arbeitsgeber in der Region. Ilim Nordic Timber beschäftigt allein etwa 500 Leute.

„Russland ist trotz der Sanktionen der drittwichtigste Außenhandelspartner unseres Landes. Gute Beziehungen zu unseren russischen Partnern sind daher besonders wichtig für unser Land“, sagte der Minister. „Gerade in Anbetracht der bestehenden politischen Differenzen wollen wir mit unseren russischen Partnern im Gespräch bleiben und unseren Austausch weiter intensivieren. Denn wir verstehen uns als Brückenbauer, auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind, was unter Putins Regime passiert.“

Dr. Backhaus verwies darauf, dass Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den Vorsitz in der Deutsch-Russischen Freundschaftsgruppe des Bundesrates übernommen hat und den Kurs einer guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit insbesondere mit dem Leningrader Gebiet fortsetzen wird. Nach ihrem jüngsten Besuch in St. Petersburg hat sie angekündigt, dass es im Oktober 2018 einen weiteren Russlandtag in Mecklenburg-Vorpommern geben wird. Mit seiner Teilnahme am Betriebsjubiläum wolle auch er ein Zeichen gegen politische Eskalation und für die vertrauensvolle Zusammenarbeit setzen.

Schwerin - 01.06.2018
Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt