Zahl der Geflüchteten steigt


Erstaufnahme wird erweitert

Seit vergangener Woche hat sich die Zahl der Geflüchteten im Landkreis erhöht. Neben privaten Personentransporten und vereinzelten Anreisen kam am Montag auch ein Bus mit knapp 50 Personen an. Sie sind zunächst hauptsächlich im Hotel Schäfereck in Groß Strömkendorf untergebracht, wo aktuell Kapazität für ca. 140 Personen besteht. Dieser neue Standort für die zentrale Unterbringung wurde Anfang der Woche angemietet.

Erste Anlaufstelle für Erstaufnahmen ist das Hotel Aridus am Gewerbegebiet Kritzow bei Wismar (Straßenadresse: Rüggower Weg 17, 23970 Hornstorf). Dort ist die Kapazität von knapp 75 Personen zwar fast ausgeschöpft, jedoch wird von dort durch das Betreuungsteam auf andere Standorte verteilt. Das Aridus wird auch auf der Ukraine-Webseite des Landkreises als Erstanlaufstelle geführt, die stetig um neue Informationen erweitert wird. https://www.nordwestmecklenburg.de/de/ukraine.html

Insgesamt verfügt der Landkreis aktuell über Erstaufnahmekapazitäten für rund 300 Personen, von denen 2/3 belegt ist. Stand Dienstagmittag mussten die für 800 weitere Menschen vorbereiteten Notunterkünfte in Sporthallen in Wismar, Grevesmühlen und Gadebusch noch nicht aktiviert werden.

„Der Zustrom an Menschen steigt und wir arbeiten so schnell es geht, um die Unterbringung zu gewährleisten. Dass Putins Angriffe gegen Städte in der Ukraine nicht ablassen, sondern wie man in den Nachrichten sieht, an Brutalität sogar zunehmen, lässt uns weitere Fluchtbewegungen erwarten.“, so Landrat Tino Schomann: „Die nächsten Wochen werden eine große Herausforderung für uns alle. Zivilgesellschaft und Verwaltung gleichermaßen.“

Die aktuelle Lage (Dienstag, 15.3.)

Aktuell halten sich nach Kenntnis der Kreisverwaltung stand Dienstagmorgen 398 Geflüchtete aus der Ukraine in Nordwestmecklenburg auf – natürlich kann es weitere Personen geben, die uns noch nicht gemeldet wurden. 313 Personen sind bereits als Leistungsbezieher registriert, erhalten also finanzielle Unterstützung. 187 sind derzeit zentral untergebracht, 4 bereits dezentral in angemieteten Wohnungen. Am Mittwoch sollen 8 weitere Wohnungen durch den Landkreis angemietet werden. Im Hintergrund nimmt der Krisenstab Kontakt zu weiteren Anbietern von Wohnraum auf.

Mitmachzentrale koordiniert Ehrenamt

Die zentrale Koordinierung der Ehrenamtshilfe für ukrainische Geflüchtete im Kreisgebiet übernimmt die MitMachZentrale Nordwestmecklenburg beim DRK Kreisverband Nordwestmecklenburg e. V. in Zusammenarbeit mit dem Landkreis. „Wir freuen uns, dass wir einen Beitrag dazu leisten können, dass geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer sich schnellstmöglich in ihrem neuen Lebensumfeld zurechtfinden und einleben können. Dazu vermitteln und begleiten wir Ehrenamtliche, die sich mit unterschiedlichen Unterstützungsangeboten engagieren möchten.“, so Maike Frey, Bereichsleitung Soziale Arbeit und Koordinatorin der MitMachZentrale Nordwestmecklenburg.

Der Landkreis Nordwestmecklenburg erfasst und strukturiert weiterhin über das Formular "Hilfsangebote Übersetzung und ehrenamtliche Hilfe" unter www.nordwestmecklenburg.de/de/ukraine.html ehrenamtliche Unterstützungsangebote der Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreisgebiet und gibt diese Informationen an die MitMachZentrale weiter.

Direkte Ansprechpartnerinnen von der MitMachZentrale für Geflüchtete, Vereine und Initiativen, die ehrenamtliche Unterstützung benötigen bei der Mitmachzentrale sind:

Carina Braatz
Mobil: 0173 8864501

Maike Frey
Mobil: 0162 1084451

E-Mail: mitmachzentrale@drk-nwm.de

sie koordinieren die Vermittlung ehrenamtlicher Hilfen.

Sirenentests werden ausgesetzt

Um die aus einem Kriegsgebiet Geflüchteten Menschen nicht unbeabsichtigt unter Stress zu setzen, hat der Fachdienst Bevölkerungsschutz des Landkreises entschieden, dass Testalarme der Sirenenwarnsysteme in den Gemeinden ausgesetzt werden. Bis vorerst 24. April werden also nicht mehr jeden Mittwoch um 12 Uhr Sirenen zu hören sein. „Ein solcher Testalarm könnte bei Menschen, die vor kurzem noch Beschuss und Luftangriffen ausgesetzt waren, verständlicherweise zu Panikreaktionen führen. Wir haben deshalb die Leitstelle entsprechend angewiesen, dass die Sirenentests ausbleiben sollen.“, so Fachdienstleiter Florian Haug.

Wismar - 14.03.2022
Quelle: Pressestelle Landkreis Nordwestmecklenburg


Gesamtzahl Geflüchteter nun bei über 600, erste Notunterkünfte belegt

Die Lage bei der Aufnahme Geflüchteter aus der Ukraine in Nordwestmecklenburg bleibt dynamisch. Neben einem weiteren Zustrom von Menschen, die mit eigenen Mitteln oder der Hilfe Ehrenamtlicher im Landkreis ankommen, erreichten uns auch die ersten Busse mit Geflüchteten. Diese wurden über die zentrale Aufnahmestelle des Landes in Rostock nach Nordwestmecklenburg abgesteuert. Am Dienstagabend kamen zwei Busse mit ca. 140 Personen in Wismar an, die zunächst in der Notunterkunft in der Sporthalle des BSZ Nord unterkamen. Weiter ca. 65 Personen aus einem dritten Bus wurden in der Nacht zum Mittwoch in der Notunterkunft in der Sporthalle des Gymnasiums am Tannenberg in Grevesmühlen untergebracht.

Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist nach wie vor groß. So boten auch bislang 35 Sprachmittler unterschiedlicher Qualifikationsstufen ihre ehrenamtliche Hilfe an. Eine Reihe davon wurde bereits durch den Krisenstab des Landkreises oder der Mitmachzentrale des DRK NWM kontaktiert und ihre Hilfe in Anspruch genommen.

Das Land und die Landkreise haben vereinbart, dass jede Gebietskörperschaft eine Zahl an Geflüchteten aufnimmt, die 1 % ihrer Bevölkerung entspricht. Für Nordwestmecklenburg sind das 1.600 Menschen, die dauerhaft hier untergebracht werden müssen.

„Das Ziel von einem Prozent ist ambitioniert und wird uns vor allem beim Finden von Wohnraum vor Herausforderungen stellen. Unser Stab und die zuständigen Fachdienste arbeiten alle engagiert an der Bewältigung der Lage.“, so Landrat Tino Schomann: „Uns erreichen weiter viele Hilfsangebote und ich kann mich dafür nur bedanken. Die große Stunde des Ehrenamtes steht noch bevor, sobald die reguläre Unterbringung geregelt ist. Falls wir kurzfristig Hilfe der Bürgerinnen und Bürger bei bestimmten Problemlagen benötigen, werden wir entsprechende Aufrufe starten.“

Aktuell kann die Einhaltung des Ziels leider nicht sichergestellt werden, dass Menschen sich maximal 48 Stunden in den Notunterkünften aufhalten sollen. Dennoch wird versucht, die Aufenthalte dort so kurz wie möglich zu gestalten. Der Krisenstab beschäftigt sich weiter mit der Anmietung von Immobilien für die Erstaufnahme. Mehrere Hotelbetriebe und Einrichtungen stehen dafür zur Verfügung. So machte sich die stellvertretende Ministerpräsidentin Simone Oldenburg am Mittwoch selbst ein Bild von der Lage in der neu angemieteten Erstaufnahme in Groß Strömkendorf.

Nachdem die Abschließung von Mietverträgen weiter Fahrt aufnimmt, plant der Krisenstab in der kommenden Woche, die Unterbringung von Geflüchteten in Wohnungen zu intensivieren.

Die aktuelle Lage (Freitag, 18.3.)

Stand Freitagmittag befinden sich rund 670 Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis, soweit die Kreisverwaltung von diesen Kenntnis hat. 430 davon sind durch den Landkreis untergebracht, die restlichen etwa 240 bei Privatpersonen.

Knapp 250 Geflüchtete befinden sich in Erstaufnahmeeinrichtungen. Die Größten sind weiterhin das Hotel Aridus bei Wismar mit ca. 80 und das Hotel Schäfereck in Groß Strömkendorf mit ca. 120 Personen. Hinzu kommt ein Hotelbetrieb in Blowatz mit 24 und ein Hostelbetrieb in Wismar mit 21 Personen. Weitere kleinere Einzelunterbringungen erfolgen zum Beispiel in Studentenwohnheimen und ähnliches.

138 Personen befinden sich nach letzter Zählung in der Notunterkunft der Sporthalle BSZ Nord in Wismar.

Nicht alle Personen, die in den Hallen oder Erstaufnahmen untergebracht sind, bleiben dort: so verließen rund 50 der 65 am Dienstag in der Sporthalle in Grevesmühlen untergebrachten Personen die Unterkunft wenig später wieder und setzten auf Eigeninitiative ihre Reise fort – oft mit dem Ziel urbanerer Gebiete weiter im Westen Deutschlands. Die Unterkunft in Grevesmühlen ist dadurch seit Freitag nicht mehr belegt – verbliebene Personen wurden in kleineren Erstaufnahmeeinrichtungen verlegt.

Die Gesamtkapazität des Landkreises beträgt zum Freitag für reguläre Erstaufnahmen ca. 330 Personen, sowie 500 Plätze in Notunterkünften.

Was die Registrierung von Geflüchteten angeht, sind mittlerweile 529 Personen beim Sozialamt des Landkreises registriert und können somit finanzielle Hilfen erhalten. Knapp 190 Personen sind bislang formal durch die Ausländerbehörde registriert worden.

Anbieter von privater Unterbringung werden um Geduld gebeten

Eine wichtige Mitteilung für alle Personen, die angeboten haben Geflüchtete aus der Ukraine privat im eigenen Haushalt unterzubringen:

Uns erreichen ständig weitere Angebote dieser Art, aber auch viele Nachfragen von Anbietern, wann sie denn mit einer Rückmeldung rechnen können. Diese bitten wir um Geduld und Verständnis, denn sie können nicht zeitnah damit rechnen, dass diese Angebote in Anspruch genommen werden. Sie sind aber dennoch wichtig und sehr willkommen und wir werden bei einer weiteren Verschärfung der Lage darauf zurückkommen.

Der Landkreis setzt bei der Unterbringung klare Prioritäten: Ganz oben steht die sofortige zentrale Unterbringung – entweder in Erstaufnahmeeinrichtungen oder Notunterkünften. Dies erleichtert auch die Erfassung der notwendigen Daten der Geflüchteten. Im zweiten Schritt werden die Menschen in angemieteten Wohnungen untergebracht. Diese Anmietungen laufen aktuell erst in Zusammenarbeit mit größeren Anbietern von Wohnraum, dann mit Vermietern einzelner Wohnungen.

Auf die Angebote privater Unterbringung greifen wir zurück, sobald die anderen Möglichkeiten nicht mehr ausreichen oder ausgeschöpft sind.

Dennoch freuen wir uns über Angebote privater Unterbringung auf ukrainehilfe@nordwestmecklenburg.de und sammeln diese weiter. Wir bitten nur um Verständnis, wenn wir uns nicht sofort und auch nicht in den kommenden Tagen zurückmelden.

Wismar - 18.03.2022
Quelle: Pressestelle Landkreis Nordwestmecklenburg