Blutiges Gold


"Blutiges Gold" glänzt ab heute in Groß Raden

Ministerin Birgit Hesse (SPD): Vorgeschmack auf Archäologisches Landesmuseum

Gleich dreifach beeindruckt zeigte sich Kulturministerin Birgit Hesse bei der heutigen Eröffnung der Archäologieschau "Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit": "Zum einen sind da natürlich die Funde an sich. Dazu kommt die sagenhafte Geschichte dahinter. Und zum Dritten ist beides zusammen ein Stück Geschichte, und zwar ein bislang unbekanntes", sagte sie in Groß Raden, wo die Ausstellung nun für ein Jahr im Museumsgebäude des Freilichtmuseums zu sehen ist.

Ausgrabungen - Tollensetal

Seit 2009 wird das Schlachtfeld im Tollensetal unter Leitung von Prof. Thomas Terberger und Landesarchäologe Dr. Detlef Jantzen erforscht. Bis jetzt wurden die Knochen von mindestens 130 Toten entdeckt - © Stefan Sauer für das Tollensetal-Projekt

Die Schlacht im Tollensetal, die im Mittelpunkt der Ausstellung steht, hat vor 3.200 Jahren stattgefunden. Die Ausgrabungen verweisen damit auf das älteste Schlachtfeld Europas und werfen ein neues Licht auf die Bronzezeit, die bislang als weitgehend friedliche Ära galt. Die Tollense hat es dafür nach Groß Raden geschafft: Die Ausstellung ist entlang eines virtuellen Flusses inszeniert, zu dessen Seiten die Überreste des bronzezeitlichen Gewaltkonflikts ausgestellt sind.

"'Blutiges Gold' lädt alle Besucher dazu ein, entlang der Funde auf Spurensuche zu gehen. Entdeckungen machen, Personen mit Funden verbinden, Geschichte greifen – all das erlaubt diese Ausstellung", erklärte die Ministerin, "vor allem aber vermittelt sie einen Eindruck davon, welche wertvollen Funde unser Land zu bieten hat. Wertvoll nicht nur in materieller Hinsicht, sondern erst recht in kultureller und historischer."

Somit sei "Blutiges Gold" auch ein Vorgeschmack auf das geplante Archäologische Landesmuseum (ALM) in Rostock. Dort steht die Entscheidung über einen Standort für das Museum noch aus: Zur Debatte stehen das ehemalige Schifffahrtsmuseum und ein Neubau im Stadthafen. "Darüber kann nur die Hansestadt Rostock selbst entscheiden. Ich wünsche mir, dass sich Bürgermeister und Bürgerschaft möglichst schnell verständigen, denn auf dieses Museum haben wir lange genug gewartet", appellierte Hesse an die Verantwortlichen.

Schwerin - 05.10.2017
Text: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

 


Sonderausstellung „Blutiges Gold“: Begleitheft für Schüler erschienen

Ministerin Birgit Hesse (SPD): Im Archäologischen Freilichtmuseum in Groß Raden gibt es viel zu entdecken


Schülerinnen und Schüler sollen Lust bekommen, sich mit den archäologischen Ausgrabungen aus dem Tollensetal zu beschäftigen. Zur Sonderausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit“ im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden ist ein Begleitheft erschienen. Das Heft des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege ist für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 3 gedacht. Es steht im Internet als Download zur Verfügung. Im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege können Lehrerinnen und Lehrer Klassensätze bestellen.

„In der Sonderausstellung im Archäologischen Freilichtmuseum gibt es viel zu entdecken: Einige der wertvollsten archäologischen Schätze des Landes sind dort zu sehen“, sagte Bildungs- und Kulturministerin Birgit Hesse. „Noch wertvoller als das Gold sind aber die Einsichten in die Bronzezeit, die sie uns gewähren: So zeugen sie von ungeahnt gewalttätigen Auseinandersetzungen und von den frühzeitlichen Vorläufern der Globalisierung. Das finden nicht nur Erwachsene spannend, sondern auch Kinder“, betonte Hesse.

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung „Blutiges Gold“ steht die große Schlacht vor über 3.200 Jahren im Tollensetal. In einem großen Konflikt standen sich dort hunderte von jungen Männern gegenüber. Am Ende waren viele von ihnen tot – getroffen von Pfeilen, Lanzen, Schwertern und Keulen. Das Begleitheft liefert viele Hintergrundinformationen über das Ausgrabungsfeld und die archäologischen Funde, über die Entstehung von Krieg und Gewalt sowie über die Bronzezeit an sich. Zahlreiche Fotos und Grafiken machen die Beschreibungen anschaulich. Kleine Übungsaufgaben sollen dazu dienen, das erworbene Wissen zu vertiefen.

„Mit spektakulären archäologischen Funden aus Mecklenburg-Vorpommern zeichnet die Sonderausstellung ‚Blutiges Gold‛ ein lebendiges Bild der Bronzezeit nach, das viele fächerübergreifende Anknüpfungspunkte in Geschichte, Politik und Geographie bietet. Deswegen lässt sich ein Besuch der Ausstellung mit dem Unterricht in der Schule gut verbinden“, so Landesarchäologe Dr. Detlef Jantzen. „Bis zum 10. September 2018 können Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schulklassen die Ausstellung in Groß Raden besuchen“, sagte Jantzen.

Zur Sonderausstellung zählen auch museumspädagogische Angebote. Krieger Ramsiw begleitet Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 7 durch die Sonderausstellung und erzählt vom Leben in der Bronzezeit, dem Handel über weite Entfernungen und fragt nach den Gründen für Konflikte. Für ältere Schülerinnen und Schüler gibt es kommentierte Rundgänge und Führungen durch die Ausstellung. Die museumspädagogischen Angebote finden Lehrerinnen und Lehrer in dem entsprechenden Faltblatt.

Weitere Informationen: www.blutiges-gold.de
Bestellung des Begleitheftes: poststelle@lakd-mv.de

Schwerin - 22.12.2017
Text: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur