Moorland und Wasserwelten


Ausstellungseröffnung "Moorland und Wasserwelten" im Schabbel am Freitag, den 06.09.2019 um 19.00 Uhr

„Moorland und Wasserwelten“ mit Viktoria Diehn & Christoph Fischer
& Kunstkollektiv ‘von hier‘ [Viktoria Diehn / Andreas Pirner]

Ausstellungseröffnung: Freitag, 06.09.2019 | 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 07.09. – 13.10.2019
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 10 – 18 Uhr

Zeitgenössische Kunst aus Worpswede

Das Stadtgeschichtliche Museum öffnet wieder seine Pforten für eine neue Ausstellung – unter dem Namen „Moorland und Wasserwelten“ präsentieren die Malerin Viktoria Diehn und der Bildhauer Christoph Fischer ihre Werke. Bereits am 06.09.2019 um 19.00 Uhr im Schabbel der Hansestadt Wismar können Sie sich von der Einzigartigkeit der Bilder und Skulpturen der Künstler überraschen lassen. Eine Einführung in diese Ausstellung gibt Frau Dr. Hammer, Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin des Stadtgeschichtlichen Museum.

Ein immer wiederkehrendes Motiv der Bilder von Viktoria Diehn ist die Landschaft, das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, teilweise auch deren Zerissenheit. Die Werke der beiden Künstler werden in Beziehung zueinander gesetzt: großformatigen Leinwänden von Diehn stehen kleine Skulpturen von Fischer gegenüber. Hier treffen Abstraktionen in der Malerei auf Figürlichkeit in der platonischen Form. Ein bei beiden Künstlern oft zu findendes und wichtiges Motiv ist das Pferd. Bei Viktoria Diehn gleicht es einem Markenzeichen, spielt aber in den einzelnen Gemälden verschiedene Rollen. Christoph Fischer nutzt es für die Verschmelzung von Mensch und Kreatur.

Viktoria Diehn, 1953 geboren in Hamburg, lebt und wirkt seit 1995 in Worpswede. Bevor sie ihre künstlerische Ausbildung begann, arbeitete sie als Erzieherin und als Pferdepflegerin. Anschließend begann sie ihr Studium an der Hochschule für gestaltende Kunst und Musik in Bremen. Seit 1985 folgten zahlreiche Einzelausstellungen, wie beispielsweise im Kunstverein Springhornhof Neuenkirchen. Zudem erhielt Diehn Lehraufträge an der Fachhochschule Hannover und an der Hochschule für Künste Bremen. Ihre erste Begegnung mit ihrem jetzigen Wohn- und Arbeitsort Worpswede fiel in das Jahr 1989 durch das Barkenhoff-Stipendium – eines der Vielzahl ihrer Stipendien. Dieses Jahr ermöglichte ihr das intensive und sorglose Arbeiten inmitten der ehemaligen Moorlandschaft. Mitte der 1990er Jahre kehrte die Künstlerin nach Worpswede zurück und blieb.

»Impulsus artibus, movens homines« bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt »durch die Künste angetrieben, die Menschen bewegend« und ist das Motto, unter welches Viktoria Diehn ihr künstlerisches Arbeiten stellt. Sie regt die Betrachter ihrer Werke zu neuen Sichtweisen an und benutzt dazu die Landschaft als zentrales Bildmotiv. Ihr Blick ist dabei neu und zeitgemäß. Ihre Malerei vereint Gegenständlichkeit und Abstraktion, Weite und Detail. Immer häufiger gestaltet sie komplexe Themenräume. Seit einigen Jahren spielen digitale Inhalte und Bearbeitungen eine zunehmende Rolle, die Viktoria Diehn zusammen mit *Andreas Pirner* (geb. 1952 in Berlin – Mediendesigner, lebt in Osterholz-Scharmbeck) gestaltet. Ihre in Kooperation entstandenen, mehrteiligen Arbeiten in Mischtechniken werden als *Kunstkollektiv 'von hier'* ausgestellt.

Christoph Fischer, 1956 geboren in Mayern/Eifel, lebt als freiberuflicher Bildhauer im Künstlerdorf Worpswede. Der Dekorateurlehre in Neuwied folgten alsdann erste Ateliererfahrungen bei Bildhauer Georg Ahrens in Wabern. Im Anschluss begann er ein Studium an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln in der Bildhauerklasse von Prof. Karl Burgeff und ein Studium an der Fachhochschule für Künste in Bremen in der Bildhauerklasse von Prof. Bernd Altenstein. Während dieser Zeit assistierte er in Altensteins Atelier.
Seit 1992 ist Christoph Fischer nunmehr freiberuflich als Bildhauer in Worpswede tätig. Seit 20 Jahren arbeitet der Künstler in einer ehemaligen Scheune, die er sich mit den Kollegen Gisela Eufe und Prof. Bernd Altenstein teilt. Im angrenzenden Skulpturengarten der drei Bildhauer sind auch die neusten Arbeiten Fischers zu sehen. Betritt der Besucher seine Bildhauerwerksatt, ziehen sie ihn sofort in ihren Bann: die Plastiken in Bronze oder in Terrakotta mit Engobe überzogen.

Begonnen hat Fischer seine Arbeit mit Tierskulpturen, bald kamen Boote, Mauern und Meerestiefen als Motive dazu. Die Tierplastik sei anfänglich ein inhaltlich freies bildhauern gewesen - so beschreibt der Künstler diesen Arbeitsprozess. Später habe er versucht, den Tierplastiken eine Seele einzuhauchen. In dieser Phase arbeitet er mit Reduzierungen, mit Brüchen oder Übersteigerungen. Irgendwann aber tauchte der Mensch auf, weniger als eigenständige Skulptur, sondern vielmehr als gestaltendes, erzählerisches Element. Bei Fischer findet eine Verschmelzung von Mensch und Kreatur statt und damit gleichsam eine Zügelung der Naturkräfte. Mit dem Thema stellt der Bildhauer keine Fragen, löst aber beim Betrachter Assoziationen aus. „Ich versuche das sichtbar zu machen, was man sonst nicht sehen kann. Ich versuche die Phantasie anzuregen und eine Geschichte zu erzählen.“

Wismar - 28.08.2019
Quelle: Pressestelle Hansestadt Wismar