Rotklee XXI - DIE ERFINDUNG RÜGENS.


Die Galerie ATELIER ROTKLEE eröffnet am Freitag, dem 03.08.18 in Putbus die Ausstellung ROTKLEE XXII - DIE ERFINDUNG RÜGENS.

Gäbe es Rügen nicht, müsste man es erfinden. Diese seltsame Insel - sieht von oben aus wie eine geplatzte Zylinderkopfdichtung – ein Ragout aus kleinen Inseln, die nur durch schmale Landzungen miteinander verbunden sind. Dabei hat es bereits 8000 v.Chr. begonnen, als nach der letzten Eiszeit Rügen zwar noch keine Insel war, aber die ersten Nomaden ihre Beute hier fanden. 3500 Jahre später, am Übergang des Mesolithikums zum Neolithikum, fanden die ersten Besiedlungen statt, deren Hinterlassenschaften noch heute dem Sehenden, oder mit ein wenig Glück dem Urlauber, als Zeugnisse der neolithischen Revolution in die Hände fallen. Ohne die künstliche Anbindung ans Festland könnte man glauben, es ist ein Nährboden, auf dem endemische Arten gedeihen können und ein bisschen scheint es auch so zu sein. Das ist auch gut. Vieles findet man eben nur auf Rügen. Vieles ist auch verloren gegangen. Da gibt es noch die alten Kutter, deren Form an frühe Kindheitsjahre erinnert. Aber aus den Arbeitstieren sind Zirkuspferde geworden. Ausflugsschiffchen – keine fisch-teer- und salzduftenden Ostseekähne. Da gibt es noch die alten rohrgedeckten Katen. Drinnen wohnen aber nur Saisongäste. Neue Schilfdachhäuschen kommen dazu. Potemkinsche Dörfer – keine Fischerdörfer mehr. Die kopfsteingepflasterten Alleen weichen schmissigen Autobahnen. Die Potemkindörfer wollen belebt werden. Rügen erfindet sich immer wieder neu: Slawischer Siedlungsraum, Fischer- und Tagelöhnerland, Bade- und Malerinsel, FDGB Königreich und eben das neue Rügen, dass sich gern das Alte bewahren möchte, sich aber so schwer damit tut. Spätestens seit der Romanik haben Künstler die Einmaligkeit Rügens zu ihrem Thema gemacht und tun es bis heute, mit Blick auf dessen Schönheit, aber - noch wichtiger - mit kritischem Blick auf die Gefahren, die unserem Eiland drohen. Ein weites Feld für Künstler! Und so sind der Einladung von Walter G. Goes, Günther Haußmann und Frank Otto Sperlich diesmal 31 KünstlerInnen gefolgt. Sie werden der Insel ihre Referenz mit Malerei, Skulptur, Objekt, Fotografie und Film erweisen.

Den Auftakt gibt es 17 Uhr im Theater Putbus. Dort ist die Premiere des Filmes DIE ERFINDUNG MEINER INSEL des Filmregisseurs Roland Steiner, den er eigens zum Thema auf Rügen gedreht hat; wenige Meter weiter dann 18 Uhr die Vernissage in der Galerie am Markt 10. Es spricht Prof. Dr. Hans Dieter Knapp. Zu sehen ist die Ausstellung bis 30.09.18, Do-So, 13-18 Uhr.

Putbus - 31.07.2018
Quelle: Galerie Rotklee