Die ersten Pilze sprießen


Pilzberatung vom 31. August bis Ende Oktober

Das Jahr 2018 war schon viel zu trocken, um die Pilze üppig sprießen zu lassen. Was erwartet uns in diesem Jahr? Große Hitze und wenig Niederschlag sind keine idealen Bedingungen für das Pilzwachstum. Wenn es auch örtlich ausreichend Regen gegeben hat, sind viele Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern leer ausgegangen.

Umso erfreulicher ist es, dass gerade in den Wäldern im Norden unseres Landes und um Rostock erste Speisepilze gefunden wurden. Pilzsammler brachten Steinpilze, Hexenröhrlinge, Täublinge, Champignons, Perlpilze und sogar Pfifferlinge in die Beratungen. Aber auch der Giftchampignon bzw. Karbolegerling zeigte sich in Parks, auf Friedhöfen und in Gärten. Er ist gut an der sofortigen chromgelben Verfärbung beim Anschnitt der Stielknolle zu erkennen.

Im letzten Jahr wurden keine schweren Pilzvergiftungen in unserem Land verzeichnet. Nur drei Geschehen nach dem Genuss von rohen Hallimasch und Giftchampignons, die Magen-Darm-Beschwerden hervorriefen. Gerade der roh giftige Hallimasch muss vor dem Verzehr gut und lange, mindestens 20 Minuten, erhitzt werden. Bei den Pilzberatungen 2018 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 96 stark giftige Pilze aus den Körben sortiert, davon zehn Grüne Knollenblätterpilze, 21 Pantherpilze, fünf Frühjahrslorcheln und 60 Gifthäublinge.

Insgesamt sind im ganzen Land 43 Pilzberaterinnen und -berater tätig, davon fünf in Rostock. Leider liegt der Altersdurchschnitt der Berater bei 67 Jahren, deshalb suchen wir dringend Nachwuchs.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat 2019 den Grünen Knollenblätterpilz zum Pilz des Jahres gekürt, weil er die meisten tödlichen Vergiftungen in Mitteleuropa verursacht hat. Für jeden Pilzsammler ist es wichtig, seine Merkmale genau zu kennen. Dieser Pilz hat immer weiße Lamellen (Blätter), die Hutfarbe variiert von hellgrün über olivgrün zu dunkelgrün und schimmert seidig. Der Stiel ist weiß bis hellgrün überhaucht und trägt im oberen Teil eine weiße Manschette (Ring), die leicht gerieft ist. Die Stielknolle steckt in einer weißen Hauttasche, die man nur sehen kann, wenn der ganze Pilz aus der Erde gehoben wird. Genauso giftig ist der Weiße Knollenblätterpilz, der wie der Name schon sagt, vollkommen weiß aussieht, jedoch seltener bei uns vorkommt.

Ab dem 31. August 2019 stehen die Rostocker Pilzberater für Pilzsammler und Pilzinteressierte im Botanischen Garten der Universität Rostock bereit. Die Beratungen finden an den Wochenenden zwischen 14 und 18 Uhr, ab dem 12. Oktober bis 17 Uhr, statt. Zur gleichen Zeit finden auch Pilzberatungen in Bad Doberan im Kornhaus von 14 bis 17 Uhr durch die Pilzberater von Rostock-Land und Rostock statt.

Höhepunkt der Pilzberatungen wird die 41. Landespilzausstellung am 28. und 29. September 2019 im Botanischen Garten der Universität Rostock in der Hamburger Straße sein. Wir hoffen, etwa 200 bis 300 Pilzarten präsentieren zu können. Pilzsammler, die die Ausstellung unterstützen möchten, werden gebeten, ihre Funde am Freitag in den Botanischen Garten durch den Seiteneingang zu bringen. Auch am Sonnabend und Sonntag nehmen wir Funde gern für die Ausstellung entgegen. Während der Ausstellung finden wie in jedem Jahr Pilzberatungen statt.

Ria Bütow
Leitende Pilzberaterin

Wochenendplan der Pilzberatungen 2019

31. August/1. September, 14 bis 18 Uhr: Ria Bütow
7. und 8. September, 14 bis 18 Uhr: Arthur Frank
14. und 15. September, 14 bis 18 Uhr: Karsten Paetz
21. und 22. September, 14 bis 18 Uhr: Dietrich Mausolf

26. September, 8 bis 16 Uhr (Pilzbeschaffung): alle Pilzberater
27. September, 7.30 bis 18 Uhr (Aufbau der Ausstellung): alle Pilzberater
28. und 29. September, 10 bis 18 Uhr (41. Landespilzausstellung): alle Pilzberater

3. Oktober, 14 bis 18 Uhr: Horst Stascheit
5. und 6. Oktober, 14 bis 18 Uhr: Arthur Frank
12. und 13. Oktober, 14 bis 17 Uhr: Dietrich Mausolf
19. und 20. Oktober, 14 bis 17 Uhr: Ria Bütow
26. und 27. Oktober, 14 bis 17 Uhr: Horst Stascheit
31. Oktober, 14 bis 17 Uhr: Karsten Paetz

Die Pilzberatungen finden im Freigelände des Botanischen Gartens der Universität Rostock statt und sind kostenlos.

Pilzberatungen - auch wochentags

Neben den Beratungen am Wochenende im Botanischen Garten sind folgende Pilzberater für Ratsuchende ansprechbar:

Ria Bütow
Niklotstraße 8, 18057 Rostock, Tel. 0381 2002829

Arthur Frank
Flensburger Straße 6, 18109 Rostock

Dietrich Mausolf
Willi-Bredel-Straße 22, 18106 Rostock, Tel. 0381 7699434

Horst Stascheit
Ulrich-von Hutten-Straße 8, 18059 Rostock

Darüber hinaus berät auch die Pilzberaterin des Landkreises Rostock:

Veronika Weisheit
Rügener Straße 30, 18107 Rostock, Tel. 0381 29641780

Rostock - 27.08.2019
Quelle: Pressestelle Hanse- und Universitätsstadt Rostock