Ministerpräsident verleiht Landesorden


Ministerpräsident Erwin Sellering verleiht auf Neujahrsempfang drei Landesorden

Ministerpräsident Erwin Sellering verleiht auf seinem Neujahrsempfang am 9. Januar im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern an Erika Drecoll, Prof. Dr. Dr. Jürgen Grote und Heike Volke.

„Mit diesem Orden zeichnen wir Menschen aus, die sich in besonderer Weise um unser Land verdient gemacht haben, die Beispielhaftes für unser Gemeinwesen leisten, so wie die drei diesjährigen Ordensträger es getan haben. Seit Jahrzehnten setzen sie sich für ein gutes Zusammenleben in unserem Land ein und haben mit beherztem Einsatz und großer Leistung in ganz unterschiedlichen Bereichen viel erreicht und bewegt“, betont der Ministerpräsident.

Ihr großes Engagement und ihre Energie habe Erika Drecoll, Jahrgang 1937, aus Rostock den Belangen älterer Menschen gewidmet, in ihrer Heimatstadt, im ganzen Land, in ganz Deutschland. Sellering: „Immer wenn es um ein gutes Zusammenleben der Generationen bei uns geht, dann ist Frau Drecoll dabei.“

Bereits seit 1992 sei die Rostockerin in der Arbeitsgemeinschaft Rostocker Senioren aktiv, wurde im Januar 2000 Gründungs­mitglied des Seniorenbeirats der Hansestadt und ist derzeit dessen Vorsitzende. Als Mitglied der Gesellschafter­versammlung der AWO Sozialdienst und der Gesellschafter­versammlung der AWO Sozialdienst gGmbH in der Hansestadt habe sie ihre hohe Kompetenz genauso eingebracht wie in verschiedenen Gremien auf Landesebene. Sie habe vor allem aktiv im Landesseniorenbeirat mitgewirkt, von 2009 bis 2013 als Vorsitzende des Beirates und „sich ganz besonders dafür eingesetzt, dass die Mitwirkungsrechte älterer Menschen bei uns im Land gestärkt und dass Ältere aktiver als früher am sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben beteiligt werden. Ihr größter Erfolg war die Verabschiedung eines ersten Seniorenmitwirkungsgesetzes in ganz Deutschland“, betont der Regierungschef. Frau Drecoll war darüber hinaus in der Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ aktiv und ist seit 1999 eng mit dem Altenparlament verbunden, deren Präsidentin sie in den Jahren 2003 und 2011 war.

Der Ministerpräsident: „Frau Drecoll hat es durch ihre Arbeit geschafft, Politik und Verwaltung noch mehr für die Themen zu sensibilisieren, die ihr ganz besonders am Herzen liegen. Sie hat Wünsche und Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren formuliert, Diskussionen und Dialoge in Gang gesetzt. Ihre große Tatkraft und Initiative hat erheblich dazu beigetragen, das selbstständige und selbstbestimmte Leben älterer Menschen bei uns im Land zu verbessern. Für ihr unermüdliches Engagement danke ich ihr sehr herzlich und verleihe ihr den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern.“
Für seine Verdienste um die Pflege und Förderung der plattdeutschen Sprache erhält Prof. Dr. Dr. Jürgen Grote, Jahrgang 1936, aus Mainz den Verdienstorden des Landes. „Plattdeutsch ist ein wertvoller Teil unserer Tradition, unserer Geschichte, ein Kulturschatz, der gepflegt und geschützt werden muss. Und das tut Prof. Grote nun schon seit vielen Jahrzehnten“, sagt der Ministerpräsident.

Geboren und aufgewachsen in Schwerin habe das Plattdeutsche zu den Vertrautheiten des Ausgezeichneten, zu seinem Alltag, seinem Leben in Mecklenburg gehört. Auch wenn Herr Grote aus politischen Gründen seine Heimat vor 60 Jahren verlassen musste, habe er sich eines ganz besonders bewahrt: „die Liebe zur niederdeutschen Sprache, die so einmalig und reich ist, voll Poesie und Humor und damit verbunden seine große Leidenschaft für die niederdeutsche Literatur.“

Seit vielen Jahren ist Prof. Grote Mitglied der John-Brinkmann und Johannes-Gillhoff-Gesellschaft. Er widme sich seit fast drei Jahrzehnten mit großer Ausdauer und Begeisterung der Pflege und Förderung des Werks von Fritz Reuter in der Fritz-Reuter-Gesellschaft, seit fast 20 Jahren als ihr Präsident. Sellering: „Seinem Engagement und seiner Überzeugungskraft ist es zu verdanken, dass die Gesellschaft 1991 ihren Sitz nach Neubranden­burg verlegte. Das war ein wichtiger Impuls für die Region und für unser Selbstverständnis zur Pflege der niederdeutschen Tradition im Land insgesamt.“ Die Gesellschaft sei heute hoch anerkannt und trage immens dazu bei, dass die Geschichte, die Werke von Fritz Reuter für alle lebendig bleiben, „dass dieser bedeutende Landessohn nicht in Vergessenheit gerät“. In der Präsidiumszeit von Herrn Grote sei auch die Idee für die Reuter-Tage entstanden. „Für uns alle noch in guter Erinnerung ist das Festprogramm „Reuter 200!“ – ein rundum gelungenes, fantasievolles Fest“, für das die Fritz-Reuter-Gesellschaft 2010 den Kulturpreis des Landes erhalten habe.

„Wenn es darum geht, das Plattdeutsche, diese wunderbare, starke Sprache zu bewahren, das Bewusstsein für sie wachzuhalten, „dann können wir sagen: Herr Prof. Grote hat einen großen Beitrag dafür geleistet und tut es noch. Er hat sich beharrlich für die Pflege des Niederdeutschen eingesetzt mit viel Zeit, vor allem aber mit viel Herz und Leidenschaft.“

Heike Volke, Jahrgang 1962, aus Sanitz im Landkreis Rostock setze sich seit fast 25 Jahren dafür ein, dass Menschen aus Rostock und Umgebung berufliche Perspektiven erhielten und spezielle Fachkenntnisse erwerben könnten, „Menschen, denen es nicht so leicht fällt, die etwas mehr Unterstützung brauchen als andere. Dazu gehören Langzeitarbeitslose, sozial benachteiligte Jugendliche, junge Menschen mit Migrationshintergrund, Ausbildungsabbrecher, Menschen mit Behinderung und Geflüchtete.“

Es ginge Frau Volke dabei immer um mehr als nur um die Vermittlung fachlicher Kompetenzen. Sellering: „Es geht ihr darum, Menschen Mut zu machen, wieder Selbstvertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit aufzubauen und sie anzuspornen, ihr Bestes zu geben, auch nach Misserfolgen nicht aufzugeben und weiter dranzubleiben.“

So habe die Ausgezeichnete seit 20 Jahren als Geschäftsführerin des Arbeitsförderungs- und Fortbildungswerkes Maßnahmen entwickelt, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wichtige Fachkenntnisse aus verschiedenen Berufssparten vermittelten. „Das große Engagement endet nicht mit dem Feierabend. Frau Volke bringt sich auch ehrenamtlich ein für das, was ihr am Herzen liegt: in Dierkow und Toitenwinkel ist sie als Familiencoach unterwegs, unterstützt junge Mütter und Väter dabei, sich in die Arbeitswelt zu integrieren. Außerdem unterstützt sie Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule ins Berufsleben und macht sich auch im Unternehmerverband im Bereich Berufsfrüh­orientierung dafür stark. In ihrer Heimatgemeinde Sanitz hat sie einen Unternehmerstammtisch gegründet, damit sich Firmen und Schulen der Region vernetzen und austauschen können.“ Auch weit über die Heimatstadt hinaus seien ihre Kompetenzen gefragt, sei sie eine wertvolle Partnerin und Beraterin zur Weiterentwicklung arbeitspolitischer Maßnahmen.

Der Ministerpräsident: „Wir brauchen in unserer Gemeinschaft Einzelne, die den Anstoß geben und etwas in Bewegung bringen, die sich besonders engagieren und andere zum Mitmachen begeistern. Es ist beeindruckend, was Frau Volke in den vergangenen Jahren geleistet hat. Dazu gehören Einsatzbereit­schaft, innere Überzeugung und vor allem viel Herzblut. Dafür wollen wir Frau Volke heute mit dem Verdienstorden des Landes auszeichnen.“

Schwerin - 06.01.2017
Text: Staatskanzlei / Ministerpräsident